Hamburg: P+R kostet ab 28. Juli Geld

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Das P+R-Symbol- hier zahlen Pendler demnächst Geld

Citynahe Anlagen wie am Berliner Tor werden abgeschafft

Hamburg. Jeder Autofahrer kennt die blauen „P+R“-Schilder am Straßenrand. Sie sind ein zentraler Baustein der Vernetzung zwischen dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und dem Individualverkehr. Bisher war dieses Angebot in Hamburg kostenlos. Viele Berufspendler aus dem Umland parkten ihre Fahrzeuge ohne weitere Kosten am Hamburger Stadtrand, um mit der S-Bahn weiterzufahren. Ab 28. Juli sind die ersten zehn P+R-Anlagen kostenpflichtig. Die Tageskarte kostet 2 Euro. Eine Monatskarte 20 Euro, für ein Jahr P+R zahlen Pendler 200 Euro. Zunächst müssen die Nutzer an den Stationen in Bergedorf, Harburg, Meiendorfer Weg, Nettelnburg, Neugraben, Neuwiedenthal, Rahlstedt, Steinfurther Allee, Veddel und Volksdorf in die Tasche greifen. Bis Ende 2017 folgen alle weiteren Stationen.

Konzept stellt Weichen

Der Senat hat Ende 2013 ein „Park-and-Ride-Entwicklungskonzept“ für die Zukunft der rund 9.300 Stellplätze vorgestellt. Darin heißt es, dass eine P+R-Betriebsgesellschaft einheitliche Standards für alle knapp 40 Standorte schaffen und die Anlagen unter einem Dach verwalten soll. Durch die Entgelte sollen außerdem bis zu 1,5 Millionen Euro in die Kassen fließen- bisher gab es ein Defizit von 500.000 Euro. Die Facharbeitsgruppe Verkehr der Metropolregion Hamburg hat in einem Workshop mit 70 Fachleuten das Konzept der Betriebsgesellschaft vorgestellt. „Es sollte nicht ausgeschlossen werden, dass auch verstärkt im Umland Gebühren erhoben werden, da die Bewirtschaftung der Anlagen viel Geld kostet. Wünschenswert wäre für viele Fachleute aus den Nachbargemeinde, ein abgeschichtetes Modell, dass die HVV-Grenzen berücksichtigt und vom Rand zum Zentrum die Gebühren staffelt. Außen günstiger, innen teurer“, fasst Marion Köhler, Pressesprecherin der Metropolregion, die Diskussion zusammen. Bereits jetzt zahlen Pendler beispielsweise in Lüneburg, Stade und Reinfeld Entgelte.
Citynahe P+R-Anlagen fallen weg, da sie dem eigentlichen Ziel, möglichst außerhalb zu parken, widersprechen. Konkret betrifft das Stellplätze innerhalb vom Ring 2. Neun P+R-Anlagen mit insgesamt rund 425 Stellplätzen unter anderem am Berliner Tor werden geschlossen. Neue Anlagen mit 700 Plätzen sollen bis 2017 in Poppenbüttel, Ochsenzoll, Rissen oder Harburg gebaut oder optimiert werden. Weitere Flächen sind bis 2021 in Bergedorf, Berne, Billwerder-Moorfleet, Hagenbecks Tierpark, Harburg, Nettelnburg, Rissen, Steinfurther Allee und Tonndorf geplant. (ms)
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