Hamburg Pride Week 2017

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Laut, schrill – und aktuell! Kurz nachdem der Bundestag die „Ehe für alle“ beschlossen hatte, hieß es am vergangenen Wochenende „Party für alle“ in und rund um die Hamburger Innenstadt Foto: wb
Hamburg: Lange Reihe St.Georg |

Tausende Feiern friedlichen und bunten Christopher Street Day in der Hansestadt

Hamburg-City Schrille Kostüme, wehende Regenbogenflaggen und ganz viel Musik, so zogen über 15.000 Menschen am vergangenen Sonnabend durch die Innenstadt. Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle demonstrierten beim Christopher Street Day (CSD) für ein gemeinsames Ziel: Sie alle wollen die Gleichstellung aller sexuellen Minderheiten und Akzeptanz in der Gesellschaft erreichen. Bunte Perücken und jede Menge Stöckelschuhe waren an diesem Tag unterwegs und feierten die positive Abstimmung im Parlament für die Ehe für alle.

CSD-Party nicht überall möglich

Mit dabei waren auch Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne), Johannes Kahrs (SPD) und Drag-Queen Olivia Jones, die schon zum Maskottchen der Veranstaltung geworden ist. „Erst wenn Olivia in Sicht ist, kann der CSD überhaupt starten“, meinten Peter und Klaus, die jedes Jahr aus Pinneberg anreisen, um das Spektakel mitzuerleben. Geschlechtervielfalt zulassen, das sei das Wesentliche in einer Gemeinschaft, denn „trotz des großen Erfolges mit der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare mit gleichen Rechten, gibt es noch überall viel Diskriminierung“, meint Stefan Mielchen, Vorsitzender von Hamburg Pride. Olivia Jones betonte noch einmal, dass die Freiheit, die Hamburg mit diesem Schritt biete, nicht überall selbstverständlich sei. Homosexuelle Jugendliche aus Russland, die zum CSD in Hamburg zu Gast waren, bestätigten, dass eine solche Veranstaltung bei ihnen undenkbar sei. Start für die Prosteste von Schwulen und Lesben war bereits 1969, als es nach einer Polizei-Razzia in New York zu massiven Protesten kam. 1980 fand dann der erste CSD in Hamburg statt. Ein ganz besonderes Highlight sollte in dieser Woche die geplante Massentrauung im Rathaus werden, die sich allerdings etwas anders gestaltete, als geplant.

Feiern statt Protest

Denn Eigentlich sollte es am vergangenen Freitag im Rahmen der Pride Woche eine Massenhochzeit als Protest geben, um endlich die Ehe für alle einzufordern. „Keiner hatte noch vor ein paar Wochen vermutet, dass dieser Programmpunkt dann am Ende ausfallen könnte“, verrät Farid Müller von den Grünen. Am 30. Juni hatte die Mehrheit der Parlamentarier im Bundestag in einer Abstimmung der Bundesratsinitiative aus Hamburg und Rheinland-Pfalz für die Ehe für alle gestimmt. Eine gute Nachricht für die bereits 6300 eingetragenen Lebensgemeinschaften in Hamburg. Begonnen hatte die Erfolgsgeschichte bereits mit der „Hamburger Ehe“ vor knapp zwanzig Jahren. Erste standesamtliche Trauungen gab es dann schon 1999 in Hamburg. Der positive Zuspruch machte den Weg frei zum Gesetz der eingetragenen Lebenspartnerschaften. Achtzehn Jahre später, gerade passend zum CSD, konnte nun das neue Gesetz gefeiert werden. „Dennoch ist der Christofer Street Day weiterhin aktuell“, meinen Farid Müller, der „Vater“ der Hamburger Ehe und Anja Hajduk von den Grünen.
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