Hamburg: Sicherheit ja - aber wie?

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Nach tödlichem Unfall: Parteien streiten um Armgartstraße

Hamburg. Ein weiß bemaltes Fahrrad lehnt an dem Absperrgitter am Mundsburger Damm kurz vor der Einmündung in die Armgartstraße in Richtung Schwanenwik. In einem Korb vor dem Lenker liegen Blumen. Gleich um die Ecke in der Armgartstraße noch einmal Blumen und kleine rote Lichter. Ein Schild zwischen den Stangen des weißen Fahrrades erinnert an den traurigen Anlass: Am 30. Januar 2014 starb hier eine 18-jährige Radfahrerin, als sie auf dem Radweg den Mundsburger Damm stadteinwärts fahrend von einem LKW erfasst wurde, der nach rechts in die Armgartstraße einbog.

Anliegerstraße

Die CDU hatte daraufhin in der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg neue Verkehrsführungen im Bereich der Straßen Mundsburger Damm, Armgartstraße und Schwanenwik beantragt. Die Christdemokraten wollen die Armgartstraße zwischen Schwanenwik und Mundsburger Damm zur Einbahn- und Anliegerstraße in Richtung Mundsburger Damm machen und dafür das Rechtsabbiegen vom Mundsburger Damm ins Schwanenwik gestatten. Um diese Maßnahmen baulich zu unterstreichen, soll die Einmündung der Armgartstraße aus Richtung Schwanenwik in den Mundsburger Damm zurückgebaut und die große Kreuzung Mundsburger Damm / Schwanenwik so aufgeweitet werden, dass ein Rechtsabbiegen vom Mundsburger Damm in den Schwanenwik problemlos möglich ist. Außerdem soll der Radweg am Mundsburger Damm in rotem Asphalt gestaltet werden.

Prüfantrag

SPD, FDP und Grünen legten ebenfalls einen Antrag vor, der aber noch keine konkreten Maßnahmen beinhaltete. Die zuständigen Behörden mögen prüfen, wie die Vekehrssituation „für fahrradfahrende und zu Fuß gehende Menschen“ an der Kreuzung Armgartstraße / Mundsburger Damm sicherer gestaltet werden kann. Die CDU zeigte sich entsetzt. „Sie wollen lieber das Thema zu Tode prüfen als zu handeln“, warf die CDU-Fraktionsvorsitzende Dagmar Rams den drei Antragstellern vor, „es ist dringend notwendig, die Armgartstraße dicht zu machen. Da müssen keine Lkw durch. Sie ist auch als Durchfahrtsstraße nicht erkennbar.“ „Wir haben den Antrag bewusst offen gelassen, um zu sehen, welche Alternativen gibt es“, verteidigte Alice Otto (SPD) den Vorstoß ihrer Fraktion. „Wir sollten alle Möglichkeiten sammeln und gleich ergebnisoffen prüfen, bevor wir über einen Antrag abstimmen, gegen den die Fachbehörden Einwände haben, so dass wir ein zweites Mal diskutieren müssen“, gab der Vorsitzende der FDP-Bezirksfraktion, Claus-Joachim Dickow zu bedenken. Christoph Reiffert von den Grünen schlug vor, gleich die ganze Armgartstraße zu betrachten und die Kreuzung mit dem Mundsburger Damm zu überprüfen.
Vertreter von Polizei und ADAC hielten Veränderungen der Verkehrsführungen in dem besagten Bereich für überflüssig. Der tödliche Unfall, so ihr Urteil, sei ein tragischer Einzelfall gewesen und habe nichts mit den Verkehrsbeziehungen zu tun. Die CDU ließ sich schließlich „mit Widerwillen“ von den übrigen Fraktionen überreden, ihren Antrag in einen Prüfantrag umzuwandeln. Dem konnten alle Fraktionen zustimmen. (ch)
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