Hamburger Citybereich: Was tun, wenn’s brennt?

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Vom Eingang des Alsterschwimmbads sieht man die Problematik deutlich: Feuerwehren, die in die Hohenfelder Terrasse (schräg gegenüber) einbiegen wollen, können die Kurve nicht nehmen, weil Autos im Weg stehen Foto: Frank Berno Timm
 
Wer hier parkt oder hält, bekommt einen Strafzettel Foto: Timm

Kontrollfahrten und Strafzettel: Rettungswege werden zugeparkt, Verstöße nehmen zu

Hohenfelde/St. Georg/City In der Hohenfelder Ifflandstraße hat die Polizei wegen eines neuen Wohngebiets auf einem früheren Schulgelände ein Halteverbot angeordnet, damit die Rettungsdienste die Wohnhäuser erreichen. Doch offensichtlich hält sich niemand daran. Die Hamburger Feuerwehr ist wenig begeistert: Nach ihren Angaben nimmt es zu, dass Rettungswege blockiert sind.
Die Ifflandstraße in Hohenfelde hat unlängst den Regionalausschuss beschäftigt. Derzeit, so eine Anordnung der Polizei, sei die neu entstandene Zufahrt zur Hohenfelder Terrasse nur mit großer Zeitverzögerung befahrbar. Feuerwehrfahrzeuge haben nicht genug Platz, die so genannte Schleppkurve ist zu gering. In Höhe des Hauses Ifflandstraße 30 werde deshalb Halteverbot angeordnet. Das, so zeigt sich an Ort und Stelle, wird ignoriert. Ob die Fahrzeughalter, die ungerührt im Halteverbot stehen, Anlieger oder Besucher des nahen Alsterschwimmbades sind, lässt sich nicht nachvollziehen. Klar ist jedoch: Die Hohenfelder Terrasse, ein ehemaliges Schulgelände mit neu errichteten Wohnhäusern, ist für Rettungsfahrzeuge nicht ohne weiteres erreichbar. Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger sagt, derlei komme relativ häufig vor. In engen Straßen werde in zweiter Reihe geparkt, Löschfahrzeuge und Drehleiter-Lkw seien gleichermaßen behindert. Statistisch würde derlei nicht erfasst, „gefühlt nimmt es zu“. Unger erklärt weiter, er könne die Autofahrer auch verstehen, der Druck auf den Parkraum steige. Im Regionalauschuss der Bezirksversammlung Nord ist die Anordnung der Polizei zur Kenntnis genommen worden. Es werde wohl einen Moment dauern, bis sich die neue Regel durchsetze, sagt die Vorsitzende Elisabeth Voet van Vormizeele (CDU). Für die Durchsetzung solcher Verbote ist neben der Polizei der Landesbetrieb Straßenund Verkehr (LBV) zuständig. Sprecher Uwe Thillmann sagt, Parken im Halteverbot würde sofort mit einem „Knöllchen“ geahndet. „Nicht geahndet werden solche Fahrzeuge, die eine Ausnahmegenehmigung vom Halten und Parken haben“, etwa für Umzüge. Die Durchsetzung durch Abschleppen erfolge durch das zuständige Polizeikommissariat“. Die Entscheidung fälle die Polizei. Parken im absoluten Halteverbot wird mit 15 bis 35 Euro bestraft, steht man in einer Feuerwehrzufahrt, kann es bis zu 65 Euro kosten.

Ifflandstraße: Verbot vorläufig


Die Polizei erklärt, das Halteverbot an der Ifflandstraße sei vorläufig. „Fernziel soll hier eine bauliche Umgestaltung sein, so dass dieses Halteverbot wieder zurückgenommen werden kann“, so Sprecher Holger Vehren. Er nennt für St. Georg zwei Stellen, in denen Feuerwehrzufahrten häufig verstellt sind: Rautenberg-/St. Georgstraße, Stiftstraße/Revaler Straße. In der weiteren Innenstadt sind die Langen Mühren, die Zufahrt Colonnaden, die Neue ABC-Straße, die Überseeallee und Am Kaiserkai „Problemstraßen“. In der Schröderstiftstraße, der Hohen Weide und am Grindelhof komme es gelegentlich zu entsprechenden Beschwerden. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats 31 kommt es laut Vehren immer mal wieder zum verbotenen Halten und Parken in Feuerwehrzufahrten im „täglichen Hol- und Bringeverkehr“ an den Schulen. Wo besonderer „Parkdruck“ herrscht, werden Kontrollfahrten veranstaltet, die in erster Linie der Befahrbarkeit von Einmündungen und Kreuzungen gelten, erläutert der Polizeisprecher. (fbt)
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 21.04.2016 | 14:48  
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