Hamburger Kirche zieht ins Heim um

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Pastor Frie Bräsen in der St. Gertrudkirche. Das neugotische Gotteshaus am Kuhmühlenteich muss wegen einer umfassenden Sanierung für ein halbes Jahr geschlossen werden Fotos: Hanke

St. Gertrud: Ab 12. Januar wegen Sanierung geschlossen

Von Christian Hanke
Hamburg. Kaum eine Kirche in Hamburg liegt schöner als St. Gertrud am Kuhmühlenteich. Tiptop wirkt das Gotteshaus, das 1886 eingeweiht wurde, nicht nur von außen, sondern auch im Inneren.
Doch der Eindruck täuscht. In der neugotischen Kirche gibt es viel zu tun. Eine ganz große Sanierung steht an.
„Die Kirche muss gestrichen und neu verputzt werden“, erklärt Pastor Frie Bräsen. Es sind Risse zu sehen. „Jede Einzelreparatur eines Risses kostet 13.000 bis 15.000 Euro“, rechnet der Geistliche vor. Die letzte große Sanierung datiert aus dem Jahre 1964. Gestrichen wurde allerdings in den 1980er Jahren noch einmal.
Die Kirche muss mindestens für ein halbes Jahr geschlossen bleiben. „Es gibt viele Unwägbarkeiten. Wir wissen zum Beispiel nicht, was unter dem Putz ist“, berichtet Pastor Bräsen. Außerdem soll die Beleuchtung der Kirche, die sehr zu wünschen übrig lässt, gleich mit erneuert werden. „Das Licht geht zu wenig dahin, wo es gebraucht wird. Viele ältere Menschen können hier nicht lesen. Das wurde in den 1960er und 1970er Jahren noch nicht richtig gesehen“, erklärt Frie Bräsen. Deshalb nutzen die Verantwortlichen die Gunst der Stunde, um womöglich neue Kabel zu verlegen, bevor neu verputzt und gestrichen wird.
Am 12. Januar 2015 wird die Kirche geschlossen. Am 10. und 11. Januar finden noch ein Konzert und der Abschlussgottesdienst statt.
Mindestens bis August werden die heiligen Handlungen dann bei Pflegen und Wohnen in der Heinrich-Hertz-Straße 90 durchgeführt. „Kleine Gottesdienste werden aber auch im Gemeindehaus (Immenhof 6, die Red.) abgehalten“, erläutert der Pastor. Und am 24. Juni soll das Johannisfest mit Gottesdienst wieder unter freiem Himmel auf der Wiese hinter der Gertrudkirche veranstaltet werden. Wenn das Wetter mitspielt. Auf Konzerte und andere Kulturveranstaltungen müssen die Freunde von St. Gertrud im ersten Halbjahr 2015 allerdings verzichten. Sie fallen ersatzlos aus.
Im September 2015, so hofft Pastor Bräsen, wird die sanierte Kirche wieder ihre Tore öffnen. Die Sanierung wird rund 850.000 bis 900.000 Euro kosten.
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