Hamburgs Hauptbahnhof ist überlastet

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Eine Idee zur Entlastung des Hauptbahnhofes: ein neuer Eingang von der Steintorbrücke aus. Mit der Folge, dass hier vielleicht nur noch Busse, Taxen und Radler zugelassen sind Foto: Hanke

Parteien uneinig über die geeigneten Verbesserungen. Ein zusätzlicher Eingang ist ein Vorschlag

Hamburg Der Hauptbahnhof, mit rund 500.000 Nutzerinnen und Nutzern täglich Deutschlands meist frequentiertester Bahnhof, ist überlastet, kann aber baulich nicht erweitert werden. Das Problem ist bekannt. Seit einigen Jahren wird über Entlastungsmöglichkeiten für den Hauptbahnhof nachgedacht. SPD und Grüne haben diese Gedanken kürzlich in einem Antrag in der Bürgerschaft gebündelt. Die Hauptpunkte: Erstens der Bau eines neuen Bahnsteigs in der Mitte des Hautbahnhofs, in der zwei Rangier- und Gütergleise durch den Bahnhof führen. Zweitens: Ein neuer Eingang von der Steintorbrücke aus in den Südsteg des Bahnhofs. Punkt eins ist laut Auskunft des Senats und der Deutschen Bahnen erst realisierbar, wenn die geplante S-Bahnlinie S4 nach Bargteheide/Bad Oldesloe fertiggestellt ist. Dann bräuchten keine Regionalbahnen mehr in diese Richtung verkehren und Gleiskapazitäten würden frei, da die Kapazität der S-Bahngleise noch für zwei weitere Linien ausreicht. Doch der Bau der S4 liegt noch in weiter Ferne. Das Projekt wurde immerhin gerade kürzlich in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen – für 2030. Die Finanzierung ist noch nicht gesichert. „Der Bund sieht die Strecke nicht als „vordringlichen Bedarf“, weil es ein Nahverkehrsprojekt ist, für das in erster Linie aber die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein zuständig sind“, erläutert Egbert Meyer-Lovis, der Sprecher der Deutschen Bahn in Hamburg. Daher spottet die CDU unverhohlen: „SPD und Grüne feiern sich für ungelegte Eier. Das hilft vorerst kein Stück weiter, um die angespannte Situation am Hauptbahnhof zu entzerren.“ Die CDU schlägt vor, zu überlegen, ob alle S- und U-Bahnlinien über den Hauptbahnhof verkehren müssen, so wie es in Hamburg der Fall ist. „Das ist in Berlin und München komplett anders und führt dort zu einer besseren Verteilung der Verkehre. Trotzdem soll die neue U5 nach den rot-grünen Plänen wieder durch den Hauptbahnhof rollen“, gibt der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Dennis Thering zu bedenken.

Zusätzlicher Eingang


Über einen möglichen Zugang zum Südsteg des Hauptbahnhofs von der Steintorbrücke aus wird derzeit in der Verkehrsbehörde ein Gutachten erstellt, das Ende des Jahres vorliegen soll. Grüne und SPD merken zu diesem Gedanken an, dass ein möglicher zusätzlicher Eingang zum Hauptbahnhof „Konsequenzen für den Auto- und Radverkehr im weiteren Umfeld“ haben würde. In einem früheren Entwurf war auch davon die Rede, dass der Steintordamm mit der Steintorbrücke nur noch für Busse, Taxen und Radfahrer zugelasen sien sollten.

Sicherheit & Sauberkeit


Neben diesen großen Planungen werden aber rund um den Hauptbahnhof schon kleinere Maßnahmen beispielweise zur Sauberkeit umgesetzt. Seit 2014 wird in jeden Sommerferien jeweils eine Bahnsteighälfte saniert. Um Sicherheit und Sauberkeit im Umfeld des Hauptbahnhofs zu verbesserrn, hat die zuständige Behörde 2012 die „Gesprächsrunde Hauptbahnhof“ gegründet, an der alle betroffenen Akteure beteilgt sind. Bleibt zu hoffen, dass zum 110. Geburtstag des Hautbahnhofs am 6. Dezember dieses Jahres Ergebnisse zu den großen und zu kurzfristigen Verbesserungen im und um den Hauptbahnhof vorliegen. (ch)
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3 Kommentare
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Kurt Hoffmann aus Hamm | 25.09.2016 | 19:47  
403
Rainer Stelling aus St. Georg | 26.09.2016 | 06:30  
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Kurt Hoffmann aus Hamm | 26.09.2016 | 09:12  
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