Hamburgs höchstes Café

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Ilse Christiansen (l.) und Brigitte Bovenschulte sind ein eingespieltes Team Fotos: Hörmann
 
Das Café im Turm der Hauptkirche St. Jacobi liegt in 84 Metern Höhe - hier arbeiten 25 Ehrenamtliche im Wechsel

Kuchen und Rundblick für den guten Zweck - seit 25 Jahren im Jacobi-Turm

Von Stefanie Hörmann
Hamburg.Dem Himmel so nah…Das Turmcafé der Hauptkirche St. Jacobi lockt seit stolzen 25 Jahren nicht nur mit Kaffee und köstlichen Torten, sondern auch mit einer herrlichen Aussicht auf die Hamburger City. Damit die Besucher beides genießen können, packen 25 ehrenamtliche Helfer mit an. An jedem ersten Sonnabend im Monat öffnet das himmlische Café, für viele Hamburger ein fester Termin im Kalender, denn der Erlös von Kaffee und Kuchen wird karitativen Einrichtungen gespendet. Jedes Mal bekommt eine andere soziale Einrichtung den Geldsegen, mal eine Suppenküche für Obdachlose, ein Kinderhospiz, oder eine Übernachtungsstätte. „Ich bin eine von den beiden, die nach unserem Einsatz das Geld zählt“, sagt Brigitte Bovenschulte, „das macht richtig Spaß, zu sehen, wie viel wir mit unserem Einsatz für den guten Zweck erwirtschaften können, manchmal haben wir 1500 Euro in der Kasse.“

Betreuer backen auch

Brigitte Bovenschulte und Ilse Christiansen gehören gemeinsam zur Leitung des Cafés, die beiden Damen verstehen sich gut, das merkt man sofort. Für beide ist das nette Team auch eine wichtige Motivation. „Es macht Spaß, hier zu arbeiten, auch die Besucher sind freundlich“, sagt Ilse Christiansen. „Ich war erst Gast im Café, mir gefiel die Atmosphäre sofort.“ Seit 2004 kommt sie regelmäßig aus Volksdorf in die City, um hier gemeinsam mit anderen Kaffee zu kochen, abzuwaschen und anschließend alles wieder aufzuräumen. Ganz wichtig: Jeder der Ehrenamtlichen bringt auch mindestens eine selbstgebackene Torte mit, so kommt der größte Teil des erwirtschafteten Geldes direkt den Hilfsbedürftigen zu Gute. Die Aufgaben im Café sind vielfältig, auch ein bisschen Bürokratie fällt an, Plakate herstellen, den Kontakt zu den sozialen Einrichtungen halten, das sind vor allem die Aufgaben von Brigitte Bovenschulte. Auch sie ist mit großem Engagement dabei: „Mir gefällt, dass wir mit Genuss zu tun haben, mit schönen Torten und dann die Aussicht…“ Das Café ist in 84 Metern Höhe, der Besucher muss 93 Stufen steigen, bevor er den Fahrstuhl erreicht. Bei so viel Sport haben sich die Gäste den leckeren Kuchen redlich verdient.

93 Stufen zum Lift

Die Helfer kommen aus allen Altersgruppen. Jeweils neun Leute pro Schicht, organisieren den Cafébetrieb, der Nachmittag ist in zwei Schichten eingeteilt. Brigitte Bovenschulte und Ilse Christiansen packen überall mit an, beide sind Rentnerinnen und können sich ihr ehrenamtliches Engagement gut einteilen. „Ich muss etwas zu tun haben, wenn man vital ist, ist es unvorstellbar, den ganzen Tag rumzusitzen“, sagt Ilse Christiansen. Und helfende Hände werden im Turmcafé immer gebraucht. Doch bei allem Trubel während der Öffnungszeiten bleibt doch Helfern und Gästen genügend Muße, den besonderen Zauber dieses Ortes zu genießen.
Ganz besonders wenn es 12.00 Uhr läutet, dann hört man im Turmcafé von St. Jacobi einige Minuten nur die Glocken und ist dem Himmel ganz nah. (sh)

Café-Zeiten: Sonnabend, 4. Juli, 1. August, 5. September, 10. Oktober, jeweils 12 bis 18 Uhr, Jakobikirchhof 22, Fahrstuhlgebühr: 1 Euro
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