Hamburgs jüngstes Museum

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Die Krypta von St. Nikolai beherbergt die Ausstellung Foto: Hanke

Dauerschau in St. Nikolai ist den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg gewidmet

City. Hamburg hat ein neues Museum: Im Kellergerwölbe der früheren Hauptkirche St. Nikolai am Hopfenmarkt, deren Turm als Mahnmal an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945 erinnert, wurde jetzt auf rund 450 Quadratmetern das erste Museum in Deutschland zum Bombenkrieg im Zweiten Weltkrieg in Anwesenheit von Kultursenatorin Barbara Kisseler eröffnet. „Diese Ausstellung entfaltet ein ganz neues Potenzial, das weit über Hamburg hinausgeht“, sagte die Kultursenatorin.
Weil der Turm der Nikolaikirche den britischen Bomberpiloten im Zweiten Weltkrieg als Orientierung diente - er war damals der höchste der Stadt -, war bereits 1998 in der Krypta ein Dokumentationszentrum zur Geschichte der Kirche, insbesondere über ihre Zerstörung im Krieg eröffnet worden. Nun hat die Historikerin Kristina Vagt von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, begleitet von einem zwölfköpfigen wissenschaftlichen Beirat, die Dauerausstellung „Gomorrha 1943 - Die Zerstörung Hamburgs im Luftkrieg“ erarbeitet. Sie behandelt in fünf Abschnitten die „Operation Gomorrha“, die schwersten Luftangriffe auf Hamburg im Juli/August 1943, die Entwicklung dorthin sowie deren Folgen, einen Exkurs über die deutschen Luftangriffe auf Polen und die Geschichte der Nikolaikirche.
Anhand von Abbildungen, Karten, Dokumenten und Gegenständen entstand hier eine Ausstellung zum Luftkrieg mit dem Schwerpunkt auf den Gomorrha-Angriffen vom 24. Juli bis 3. August 1943. Über die Vorgeschichte wird anhand von Luftschutzübungen, der Errichtung von Schutzräumen und Bunkern sowie der deutschen Luftangriffe auf Warschau, Rotterdam und Coventry berichtet. Filme von den Gomorrha-Angriffen und den anschließenden Evakuierungen ergänzen eindrucksvoll den Hauptteil über die Zerstörung Hamburgs.
Auch der ab 1944 geplante Wiederaufbau der Stadt, das Erinnern und Gedenken sowie die künstlerische Auseinandersetzung mit den Bombenangriffen werden thematisiert. Die Umgestaltung des Kellergewölbes der Nikolaikirche für die Ausstellung hat die Kulturbehörde mit rund 1,3 Millionen Euro finanziert. Die neue Dauerschau wurde möglich durch eine Spende in Höhe von 225.000 Euro des ehemaligen Senatsdirektors Reinhold Scharnberg, der sich über die BürgerStiftung Hamburg an den Förderkreis Mahnmal St. Nikolai gewandt hatte. (ch)
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