Hamburgs „Königin“ für Japan

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Japans Botschafter Takeshi Nakane hatte die Schirmherrschaft der Wahl übernommen. Neben Laura Gräwert steht Chihiro Konishi, die japanische Kirschblütenkönigin und ganz rechts Eiko Hashimaru, Präsidentin der Deutsch-Japanischen Gesellschaft zu Hamburg Foto: Dagmar Gehm

Kirschblüten-Majestät: Warum Laura Gräwert (25) aus Farmsen den begehrten Titel holen konnte

Von Dagmar Gehm
Hamburg
Ihre 28 Vorgängerinnen trugen den Titel einer Prinzessin. Laura Gräwert darf sich jetzt erstmals Kirschblüten-Königin nennen: Am vergangenen Sonnabend wurde sie von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft (DJG) zu Hamburg gewählt. Zwei Jahre lang wird sie nun die DJG vertreten und auf einer Delegationsreise als Sonderbotschafterin auch die Freie und Hansestadt Hamburg. Manchen ist es einfach in die Wiege gelegt, sich mit Krone, Schärpe und großem Gefolge majestätisch durch eine staunende Menschenmenge zu bewegen. „Als kleines Mädchen träumte meine drei Jahre jüngere Schwester Jasmin davon, einmal Prinzessin zu sein. Mir blieb dann nichts anderes übrig, als zu sagen: ‚Dann werde ich halt Königin‘. Und dieser Wunsch ist jetzt in Erfüllung gegangen“, freut sich die 25-jährige. „Trotzdem muss ich mich daran gewöhnen, von so vielen Menschen fotografiert und angesprochen zu werden wie hier in Planten un Blomen“. Dort nahm sie im japanischen Teehaus an einer Teezeremonie teilgenommen. Die hübsche Hamburgerin hatte Glück. Weil die öffentliche Stiftung „Japan Sakura Foundation“ – Sakura bedeutet japanische Kirschblüte – ihr 50. Jubiläum feiert, hatte sich die Präsidentin der DJG, Eiko Hashimaru-Shigemitsu dafür eingesetzt, dass auch in Hamburg eine Königin statt einer Prinzessin gewählt wird.

Seltenes Privileg


So ist es in Japan schon lange der Fall. Das Privileg wird von der Japan Cherry Blossom Association gewährt und weltweit nur noch Honolulu und Washington zuteil. Zur Wahl waren die amtierende sowie zwei frühere Königinnen aus Japan angereist. Die Schirmherrschaft hatte Japans Botschafter Takeshi Nakane übernommen.
Eine Jury, der unter anderem Wirtschafts-Staatsrat Rolf Bösinger und Bürgerschafts-Vizepräsident Wieland Schinnenburg angehörten, hatte Gräwert am vergangenen Sonnabend im Elysee-Hotel vor rund 90 Gästen gewählt. Bereits mit ihrem Motivationsschreiben an die DJG hatte sie ihre Mitbewerberinnen aus dem Feld geschlagen. So konnte sie mit einem Japanologie-Studium punkten, mit zwei einjährigen Aufenthalten als Austauschschülerin in Japan und mit viel Gespür für die fremde Kultur. Beworben hatten sich mehr als 30 Kandidatinnen aus der Metropolregion. Nur vier schafften es in die Endausscheidung.
Trotz zahlreicher Verpflichtungen während ihrer Amtszeit will die Studentin ihre Master-Arbeit über japanischen Holzdruck fertig schreiben: „Auch meine Hobbys wie Schwimmen und Tanzen im Tanzverein GfG Steilshoop möchte ich weiter ausüben“, sagt die Farmsenerin. Schon am Dienstag war sie zusammen mit Japans Kirschblütenkönigin Chihiro Konishi zum festlichen Essen bei Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit zu Gast. Wenn sie nach Japan reist, ist sogar ein Empfang bei Japans Premier vorgesehen.
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