Hansa (vorerst) sauber

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An der Spitze der Putztruppe: die Bürgerschaftsabgeordnete Henriette von Enckevort. Hier schwingt sie gemeinsam mit SPD-Mitglied Marco Krebs-Morgenroth den SchrubberFoto: Grell

Hansaplatz: Brunnen-Putzaktion der SPD. Anwohner sollen aktiv werden

St. Georg Dreck mitten auf dem Platz, abgestellte Bierflaschen auf den Stufen zum Hansabrunnen und Menschen, die sich dort den ganzen Tag über aufhalten, so präsentiert sich täglich der Hansaplatz, der in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof liegt. Ein Zustand, an dem man seit Jahren etwas zu verändern versucht. Am vergangenen Wochenende hatte die SPD St. Georg eine Putzaktion organisiert. An der Spitze: die Bürgerschaftsabgeordnete Henriette von Enckevort (35).
Die Aktion sollte „einfach mal spontan ein Zeichen setzten“, so SPD-Mitglied Marco Krebs-Morgenroth, „und wird sicherlich auch nicht sofort dafür sorgen, dass es hier in Zukunft alles blitzblank ist“. Hausmeister Rainer Stelling vertritt da eine ganz andere Meinung. „Hier muss sich alles ändern, so geht es mit dem Dreck hier nicht weiter“, schimpft er und spricht von seiner jahrelangen Erfahrung und den immer schlechteren Zuständen, die am Platz herrschen würden. Die Energie, mit der er den Schrubber eigenhändig über die Treppen des Hansabrunnes fegen ließ, verriet viel über die Aggressionen, die der Abfall schon in ihm aufgestaut hat. Als Hausmeister der von ihm betreuten Häuser sei er „gegen diesen ganzen Müll einfach machtlos“, betonte Schilling.

Zwei Müll-Fraktionen


In Sachen Müll, Alkohol und Prostitution gibt es auf dem Hansaplatz zwei gegensätzliche Fraktionen. Die einen möchten möglichst alles verändern und von ihrer Wohnung aus auf einen sauberen Platz schauen. Die anderen sind gerade der Vielfalt und des Trubels wegen hier hergezogen und nehmen den Dreck, der vielleicht auch sie mal stören mag, dafür in Kauf. „Das Forum Hansaplatz hat sich in mehreren Sitzungen mit der Situation auf dem Platz beschäftigt“, so der SPD-Vorsitzende von Mitte, Michael Ranft. Dabei sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass die Belebung des Platzes nur durch spannende Aktionen zu meistern sei. Mit dem Motto „Hübsche Hansa“ sollte deshalb nun der 1887 erbaute Brunnen herausgeputzt und Anwohner dazu animiert werden, auch selber aktiv zu sein. Ordnung und Sauberkeit, so die SPD, heiße aber nicht, Menschen aus dem Stadtteil zu vertreiben, sondern im Herzen des Stadtteils ein gepflegtes Miteinander zu erreichen. (kg)
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 21.08.2015 | 16:11  
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