Hilfe für Jungen

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Clemens Fabian berät Jungen und ihre Familien, wenn es zu sexuellen Übergriffen gekommen ist. Die Beratungen können auf Wunsch anonym oder auch nur telefonisch stattfinden und sind kostenlos. Foto: Grell

Neu: Beratungsstelle für Missbrauchsopfer

St. Georg. Sexuelle Gewalt ist kein seltenes Phänomen. Nach verschiedenen Studien wird jedes vierte Mädchen und jeder zehnte Junge in seiner Kindheit Opfer von sexuellen Übergriffen. Basis-praevent, mit Sitz am Steindamm, bietet seit kurzem ein Beratungsangebot speziell für betroffene Jungen und ihre Angehörigen an.

„Was sollen die Mitschüler jetzt von mir denken.“

Zwei Jahren dauerten die Vorbereitungen und Schulungen für dieses Angebot. Seit Januar können Betroffene und ihre Eltern in die Räume der Beratungsstelle kommen und sich mit dem Thema auseinandersetzen. Immer noch stehen die Mädchen im Vordergrund, wenn es um sexuellen Missbrauch geht, doch auch viele Jungen zählen zu den Opfern und brauchen Unterstützung, um mit dem Erlebten umzugehen. „Pro Klasse ist es im Durchschnitt ein Junge, der missbraucht wurde“, so Clemens Fabian, der zusammen mit seinem Kollegen Rainer Ulfers berät, wenn Jungen zum Opfer geworden sind.
Die meisten der Jungen werden von Männern missbraucht, was eine zusätzliche Belastung der eigenen Sexualität und der Identität mit sich bringt. „Was sollen die Mitschüler jetzt von mir denken“, nimmt der betroffene Junge oft die Schuld auf sich und traut sich auch seltener mit den Eltern zu sprechen, als es Mädchen tun würden. So bleibt der Junge in seiner traumatisierten Situation oft allein zurück und versucht vielleicht das Erlebte einfach zu vergessen. „Jungen sind häufiger in öffentlichen Räumen unterwegs“, erklärt Clemens Fabian von basis-praevent, „und werden in Schwimmbädern, auf Spielplätzen und in Sportvereinen angesprochen. Auch das Internet bildet heute eine Plattform für Pädofile und Sexualstraftäter. „Wenn ich ein Mädchen wäre, dann würde ich jetzt sagen, dass ich vergewaltigt worden bin“. Mit dieser Äußerung kommen schon mal Jungen zur Beratung. „Wir beraten auf Wunsch auch anonym und helfen bei den ersten Schritten nach einem Missbrauch“. Eltern können sich hier genauso Unterstützung holen, wie Lehrkräfte, die Verdacht geschöpft haben oder die Opfer selber, die egal welchen Alters, auch allein in die Beratung kommen können.
Basis-praevent hilft dabei, den passenden Weg raus aus der Traumatisierung zu finden und gibt Tipps zum Umgang mit der Situation. (kg)

basis-praevent, Beratung und Prävention bei sexueller Gewalt gegen Jungen, Steindamm 11, Tel.: 39 84 26 61, Beratungs-telefon: 39 84 26 62, e-mail: basis-praevent@basisundwoge.de, jede Anfrage wird innerhalb von 24 Stunden beantwortet
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