„Hohe Mieten Problem“

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Bezirksamtsleiter Harald Rösler befragte Ladenbesitzer wie Monika Rahardt (mit Ursula Pfündner vom Hohenfelder Bürgerverein) nach ihrer Meinung zum Leerstand auf der Uhlenhorst Foto: Hanke
 
v.l.: Ursula Pfündner, Jochen von Maydell, Rösler, Reinhard Hollunder, Jochen Dudat erkennen keinen auffälligen Leerstand Foto: Hanke

Diskussion um Geschäfte auf der Uhlenhorst geht weiter

Von Christian Hanke
Uhlenhorst. Es gärt in der Papenhuder Straße? Unruhe im feinen Uhlenhorst? Immer mehr Läden ständen leer, war in einer Hamburger Tageszeitung zu lesen. Bummelt man durch die besagte Straße und den anschließenden Hofweg, so muss man schon genau hingucken, um geschlossene Geschäfte zu entdecken. Ansonsten blüht die Vielfalt. Mehr Kunden könnten es allerdings schon sein, vor allem mehr aus Uhlenhorst, fanden Gewerbetreibende des Viertels bei einem von der SPD veranstalteten Frühschoppen in den Uhlenhorster Weinstuben mit der Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Jutta Blankau. Die Fachgeschäfte werden von Menschen aus allen Teilen Hamburgs aufgesucht, nur die direkten Nachbarn finden nicht so häufig den Weg dorthin. Einige leerstehende Geschäfte beunruhigen die Ladeninhaberinnen und -inhaber in der Papenhuder Straße nicht so sehr.
Von so mancher schlecht durchdachten Geschäftsidee ist da die Rede: „Das sah man ja gleich, dass das nichts wird.“ Von dem armen Clausen, dessen frühere Weinhandlung gleich am Anfang der Papenhuder Straße schon seit Jahren leer steht, wurde berichtet, dass er zwar schöne Weinproben veranstaltet hatte, die gern gekosteten Weine dann aber im Internet gekauft wurden. Leerstände, da waren sich alle einig, tun einer Einkaufsstraße nicht gut, insbesondere an deren Eingang, wie eben die Weinhandlung Clausen.
Wesentlich stärker beunruhigen die Uhlenhorster allerdingssteigende Mieten und die damit einhergehende Verschlechterung der Lebensqualität im Stadtteil.

Auch die Politik kann da nicht helfen. „Wir leben im Kapitalismus“, stellte Jutta Blankau nüchtern fest. „Die Politik kann Rahmen schaffen“, machte die Senatorin aber wieder Mut. Diese Aussage richtete sich allerdings mehr an die Anwohner, die zahlreicher erschienen waren als die Gewerbetreibenden, und ihre Sorgen über exorbitant steigende Mieten zum Ausdruck brachten. Selbst Besserverdiende, wie die meisten auf der Uhlenhorst, fürchten mittlerweile um den Verbleib in ihren Wohnungen. Jutta Blankau verwies auf verschiedene gesetzgeberische Maßnahmen, mit denen Neu- und Altmieten beruhigt werden.
Doch Unruhe blieb unter den rund 30 Gästen über die Veränderungen in dem einst so vielseitigen Quartier, dessen Lebensqualität für viele durch den Wegfall von Läden des täglichen Bedarfs und Mietsteigerungen verloren hat. Deshalb will man sich künftig regelmäßig treffen. Am besten viermal im Jahr. Als nächster Termin wurde bereits der 15. September ins Auge gefasst.

„Wir leben im Kapitalismus“,
Jutta Blankau


Auch das Straßenbild kritisierten die Gäste. Ungezügelt wachsendes Straßenbegleitgrün und vor sich hin rottende Fahrräder sind Anwohnern und Ladeninhabern ein Dorn im Auge. Bezirksamtsleiter Harald Rösler, der sich bei einer Begehung mit Vertretern des Hohenfelder Bürgervereins und zwei Anwohnern selbst ein Bild von der Lage in Papenhuder Straße und Hofweg machte, versprach Besserung, Aufräumen im Straßenraum. Einen besonders auffälligen Ladenleerstand konnte übrigens auch er nicht entdecken. (ch)
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