Honigfabrik mit Hafenblick

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Zusatzjob mit Hafenblick: Kundenberaterin Ingrid Meichelböck kümmert sich um die Bienen der GLS-Bankfiliale Foto: Haas
 
Ingrid Meichelböck ohne Schutzanzug Foto: wb

Auf dem Dach der GLS-Bank lebt ein Bienenvolk

Von Waltraut Haas
Neustadt
Auf der Dachterrasse der Düsternstraße 10 summt es noch – sobald sich die Sonne zeigt. Dann schwärmen die Tiere aus ihrer Bienen-Box aus, auf der Suche nach Nektar und Pollen, obwohl die Blüten im Herbst rarer werden. Bienenhaltung mitten in der Stadt? „Wie das geht, wollen wir hier zeigen“, sagt Ingrid Meichelböck und stülpt sich ihre Imker-Kluft über.

„Unsere Tiere hatten Anfang Juni einen guten Start, denn unten blühten gerade die Linden.“ Ingrid Meichelböck

„Gerade hier ist das Imkern im Kommen.“ Denn in einer zunehmend intensiven Landwirtschaft fänden Bienen kaum noch die Blütenpflanzen, von denen sie sich von Frühling bis Herbst ernähren können. Von ihrem Standort hoch oben in der Neustadt schwärmen sie aus: Im Umkreis von bis zu vier Kilometern fänden Bienen genug Nahrung, die allerdings bald dürftig werde. Während die Agraringenieurin die Box öffnet, um nach ihrem Volk zu sehen, begrüßt sie es liebevoll: „Hallo meine Damen, das Zuckerwasser ist ja schon alle.“ Nachschub komme bald, verspricht sie. Um über den Winter zu kommen, brauchen die Tiere jetzt eine Zufütterung.

Zufütterung im Winter


Was macht eine Agraringenieurin bei einer Bank? Ingrid Meichelböck berät Landwirte aus ganz Norddeutschland, die Öko-Projekte stemmen wollen. Denn die GLS-Bank an der Düsternstraße vergibt nur Kredite zur Finanzierung nachhaltiger ökologischer und sozialer Projekte – für landwirtschaftliche Vorhaben, Kitas, Schulen oder Pflegeheime etwa. Nachdem sich die Bankfiliale erweitern musste und im April vom Mittelweg in die Düsternstraße umzog, kam die Bienen-Box auf die Dachterrasse – neben dem Seminarraum mit Hafenblick. Darüber dreht sich eine kleine horizontale Windkraftanlage. Hinter dem Bienenheim fand zudem eine Fotovoltaik-Anlage im Mini-Format Platz. Filialleiter Dirk Grah ist stolz auf die zu seinem Geschäftsbereich passende Technik nachhaltiger Energiegewinnung. Er schaut gern mit seiner Kundenbtreuerin nach den Bienen.

Guter Start


„Unsere Tiere hatten Anfang Juni einen guten Start, denn unten blühten gerade die Linden“, erklärt Ingrid Meichelbröck. Für Hobby-Imker fanden in diesem Jahr schon fünf Workshops in der Hamburger Bankfiliale statt. Überraschend viele Interessenten zwischen 18 bis 60 Jahren hätten teilgenommen, die sich für die Bienenhaltung interessieren. Deshalb unterstütze die GLS-Bankfiliale die Initiative „Hamburg summt“. Im Auftrag ihres Arbeitgebers machte sich Ingrid Meichelböck schlau in der Imkerei. „Das macht kaum Arbeit“, weiß sie heute nach mehrmonatiger Erfahrung. Angst vor Stichen müsse man bei einem respektvollen Umgang mit den Tieren nicht haben. Das Engagement von Hamburgern für die die Stadt-Imkerei ist im Kommen. Auf Dachterrassen, sogar auf dem Balkon sei die Bienenhaltung problemlos möglich. Bienenvölker sind mittlerweile weltweit gefährdet. EU-Experten sehen unter anderem in der Landwirtschaft verwendete Pestizide als Grund an. Auch die parasitäre Varroa-Milbe setzt Bienenvölkern immens zu. (wh)

Weitere Infos: www.hamburg.deutschland-summt.de und www.stadtbienen.org
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