Imkerei macht Schule

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Jan, Christoph, Katharina und Saphira (v.l.) präsentieren Imker-Utensilien, mit denen sie bald arbeiten Foto: Haas

Brecht-Schüler starten neues Bienenprojekt

St. Georg Hoch oben auf der Dachterrasse summt es. Bei einer großen Feier zeigten Schüler der 7. Klasse nun was sie über Bienen wissen. Jetzt kommt die Praxis: In der Brecht-Schule starteten Deutschlands jüngste Imker ihren Betrieb. Schon ab Ende Mai können sie hier den ersten Honig ernten. Lehrerin Isabell Weschka startete das Schulprojekt „Double Bee“. Ihre Begeisterung teilt die Freizeit-Imkerin jetzt mit ihren Schülern. An Ständen klären die 13-Jährigen ihre Mitschüler auf, reichen Honigbrote oder Bienenkuchen zur Verkostung und präsentieren bienenfreundliche Blumensamen oder Handcreme aus Bienenwachs. Jan, Christoph, Katharina und Saphira führen die Honigschleuder vor, danach zeigen sie ihr Handwerkszeug, mit dem sie demnächst ans Werk gehen: die Imkerhaube, einen Smoker, Handschuhe und den Schutzanzug. „Bienen stechen nur, wenn sie bedroht werden. Man darf sich am Bienenstock eben nicht hektisch bewegen“, weiß Jan, der die Imkerei bei seinem Großvater kennenlernte. „Sie sind bedroht, dabei sind sie so wichtig für das Öko-System.“ erklärt Christoph. „Wenn sie die Blüten nicht bestäuben würden, gäbe es kein Obst und kein Gemüse“, ergänzt Saphira. Und Kathatrina betont, wie wichtig bienenfreundliche Pflanzen sind, die man sogar auf dem Balkon statt Geranien und Petunien ziehen könne. Geeignet seien etwa Lavendel, blühende Kräuter, Wicke und Akelei. Unter Beifall begrüßt Schulleiter Klaus Nemitz in seiner Ansprache die 30.000 neuen Mitbewohner auf dem Schuldach. Nach den Projekten zur Ansiedlung bedrohter Fledermäuse und Mauersegler leisten nun die Bienenstöcke einen wichtigen Beitrag gegen das weltweite Bienensterben. „Rund ein Drittel aller Nahrungsmittel würden ohne sie wegfallen. Dazu wollen wir es nicht kommen lassen.“ Von den Bienen könne man auch lernen: Sie hätten einen fantastischen Orientierungssinn, eine gute Arbeitsteilung und eine hohe Schwarmintelligenz. In der Brecht-Schule böten sie die Chance, theoretisches Wissen gleich praktisch anzuwenden.
Der praktische Nutzen: Rund 30 Kilo Honig könnten schon in diesem Jahr geerntet werden, schätzt Isabell Weschka. In einem Wettbewerb entwerfen die Schüler bereits Etiketten für die Honiggläser. Den Start des Bienenprojekts förderte die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Kultur. (wh)
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