Klassiker, frisch inszeniert

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Malvolio (Stefan Haschke) glaubt, seine Liebe zu Olivia werde erhört. Toby Rülps (Susanne Jansen) hat sich mit ihm jedoch einen bösen Spaß erlaubt Foto: Oliver Fantitsch/wb

Shakespeares „Was ihr wollt“ am Ernst-Deutsch-Theater

Uhlenhorst. Als die Gräfin Olivia in Mona Kraushaars Inszenierung der Shakespeare-Komödie „Was ihr wollt“ im Ernst Deutsch Theater ihr Oberteil lüftet und eine behaarte Brust zu sehen ist, wird auch den letzten klar, dass diese „Frau“ von einem Mann gespielt wird. Die Regisseurin, die schon mit so mancher frischen Klassiker-Inszenierung am Ernst Deutsch Theater reüssierte, macht ihr Thema überdeutlich: Verwirrung nicht nur in Liebesdingen, sondern auch in der Geschlechtszugehörigkeit. Viola, die mit ihrem Zwillingsbruder Sebastian an der Insel Illyrien Schiffbruch erleidet, verdingt sich als Page Cesario in Männerkleidern bei dem Herzog Orsino, der hoffnungslos in die Gräfin Olivia verliebt ist, die sich wiederum in Cesario/Viola verknallt, weil sie sie für einen Mann hält. Umgekehrt wird Olivias Onkel Sir Toby Rülps, der mit seinem Kumpel Leichenwang stets alkoholisiert für derbe Komik sorgt, von einer Frau gespielt (Susanne Jansen). Im gelungenen Bühnenbild von Katrin Kersten irren die Figuren aus Shakespeares wohl bester Komödie umher - auf der Suche nach Liebesglück, Lebenserfüllung und Ergänzung des eigenen Ich. Nichts ist wie es scheint. Die Verwirrung wird perfekt, als Violas Zwillingsbruder Sebastian erscheint, der mit seiner als Mann verkleideten Schwester verwechselt wird. Nun regiert das Tollhaus.
In Mona Kraushaars gelungener Konzeption glänzen vor allem Louisa Stroux als Viola und Frank Röder in der Rolle des Orsino sowie Stefan Haschke als sehr zurückgenommener, aber deshalb umso pedantisch wirkender eitler Haushofmeister Malvolio, auch er ein vergeblich Liebender, dem daraus ein böser Streich gespielt wird. Dimosthenis Papadopoulos versprüht als steife Gräfin Olivia Exotik. Starke Auftritte haben auch Katja Uffelmann als stets allwissender Narr und Franziska Rieck in der Rolle des vermeintlich sittenstrengen Kammermädchens Maria. Das Komikerpaar Rülps / Leichenwang kann dagegen nicht immer überzeugen, bleibt mitunter platt und blaß. (ch)
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