Kritik an Busbauplänen in Hamburg

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Organisierten die Diskussion um die Busbeschleunigung in Uhlenhorst: Siegfried Hirsch, Vorsitzender des Hohenfelder Bürgervereins (l.) und Reinhard Hollunder, Sprecher der Uhlenhorster Geschäftsleute Foto: Hanke

Uhlenhorster Geschäftsleute und Anwohner diskutierten sich die Köpfe heiß

Hamburg. Das Interesse war groß, der Andrang entsprechend. Nicht alle Gäste fanden beim jüngsten Treff der Uhlenhorster Geschäftsleute einen Sitzplatz. Kein Wunder, ging es bei der alle Vierteljahr stattfindenden Zusammenkunft doch um die nun auch im Hofweg und der Papenhuder Straße geplanten Maßnahmen der umstrittenen Busbeschleunigung.
Diplom-Ingenieur Carsten Diercks von der Ingenieurpartnerschaft Diercks & Schröder, die von der Stadt mit der Planung für die Busbeschleunigungsmaßnahmen in Uhlenhorst beauftragt wurde, stellte die Planung vor. Sie beinhaltet vor allem die Fortführung der 1,50 Meter breiten Fahrradschutzstreifen auf der Fahrbahn aus dem Hofweg in die Papenhuder Straße, die Umwandlung von Schräg- in Längsparkplätze und den Ersatz eines Zebrastreifens an der Ecke Hartwicusstraße durch eine Verkehrsinsel in der Mitte der Straße.

Zebrastreifen soll weg, Radler auf die Straße

35 Parkplätze würden wegfallen, zwei Bäume müssten gefällt werden. An diesen Ausführungen entzündete sich bereits Kritik. Die wichtigste Frage, die den Anwesenden unter den Nägeln brannte, konnte Carsten Diercks als der nur ausführende Ingenieur allerdings nicht beantworten: Warum überhaupt eine Busbeschleunigung, wenn der Bus in Hofweg und Papenhuder Straße doch aufgrund des begrenzten Straßenraums kaum schneller vorankommen kann? Laut Diercks geht es im Bereich Hofweg/Papenhuder Straße nicht ums Beschleunigen, sondern um eine Neuordnung des Straßenraums. Die Radfahrer kommen auf die Straße. Die alten Radwege werden zurückgebaut. Deren Flächen sollen die Bereiche der Fußgänger verbreitern. Um die Zukunft der Radler entspann sich eine muntere Diskussion. Viele Mütter möchten ihre radelnden Kinder nicht auf die Straße schicken, insbesondere dann nicht, wenn sie, wie im Kreuzungsbreich Papenhuder Straße / Mundsburger Damm vorgesehen, die Fahrbahn kreuzen müssten, um einen Zweirichtungsradweg in Richtung Armgartstraße zu erreichen. Einstimmiger Protest erhob sich gegen den vorgesehenen Abbau des Zebrastreifens an der Ecke Hartwicusstraße, der durch eine Verkehrsinsel in der Mitte der Papenhuder Straße ersetzt werden soll.

Ploß wettert gegen Busbeschleunigung

Auch Bezirkspolitiker aus Hamburg-Nord kamen zu Wort. Nach flammender Rede von Christoph Ploß (CDU) gegen die Busbeschleunigung, die bei Ingenieur Diercks Kopfschütteln auslöste, hingegen von FDP und AfD unterstützt wurde, verteidigten Martin Badel und Sven Tode die geplanten Maßnahmen für die SPD. Christoph Reiffert (Grüne) beklagte: „Wir müssen ausbaden, was im Rathaus entschieden wurde“ und sagte, man müsse versuchen, das Beste für den Stadtteil daraus zu machen. Der Grundeigentümerverband, der sich deutlich gegen die Busbeschleunigung aussprach, plädierte für eine Einbahnregelung in der Papenhuder Straße, da vom Mundsburger Damm ohnehin nicht in diese Straße eingebogen werden könne. (ch)
Die Diskussion wird sich am Montag, 22. September, ab 18 Uhr im Regionalausschuss Barmbek/Uhlenhorst fortsetzen. Ort: Literaturhaus, Schwanenwik 38
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