Kulturschule im Gängeviertel

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Layla (14) sieht sich in ihrer Stadt als Vogel über den Dächern Fotos: Grell

Rahlstedter Schüler im Quartier, das für 20 Millionen Euro saniert wird

City. Bereits zum dritten Mal ist die Kulturschule Alt-Rahl-
stedt in das historische Gängeviertel gekommen, um sich dort im offenen Atelier auszuprobieren. „Hier haben wir viel mehr Materialien als in der Schule und bekommen Tipps von den Künstlern“, schwärmt Ayln für das Projekt im Backsteinviertel der Innenstadt.
Doch hinter diesem Ausflug des Wahlpflichtkurses aus Rahl-
stedt steckt auch noch eine ganz andere Idee: „Wir hoffen, dass hier ein Atelier für Schulen entstehen könnte, das auch außerhalb der eigenen Räume Möglichkeiten zur Kreativität schafft“, erklärt Kunstlehrer Hans Holl, der seit drei Jahren dabei ist und dieses Projekt gerade für eine Kulturschule „so richtig passend findet“. Den nach etlichen Abrisswellen übrig gebliebenen Rest des früheren Gängeviertels haben Künstler schon 2009 besetzt und so vor dem Abriss bewahrt. Jetzt werden 13 Gebäude in den nächsten sieben Jahren für 20 Millionen Euro instandgesetzt, die Renovierungsarbeiten haben bereits begonnen. Die UNESCO hat das Gängeviertel zum Ort kultureller Vielfalt erklärt und deshalb wollen die Rahlstedter Schüler dazu beitragen, durch kontinuierliche Projekte hier einen Platz für Bildung auch außerhalb der Schule zu unterstützen.

Besondere Atmosphäre

„Das ist eine ganz besondere Atmosphäre in den Gängen, mit Schulalltag gar nicht zu vergleichen“, meint auch die Künstlerin Rita Kohel, die den Jungendlichen vor Ort mit ihrem professionellen Rat zur Seite steht. „Colours in town“ und „Sieben Fantasien“ hießen die künstlerischen Aufgaben der vergangenen Jahre, heute geht es um das Thema „Ich und meine Stadt“.
Auf großformatigen Leinwänden zeigen die Schüler der neunten und zehnten Klassen, was sie ganz persönlich mit ihrem Hamburg verbinden. „Ich geh gern feiern“, erzählt Tina (17) und was liegt da näher als ein Acrylbild der Reeperbahn. Layla (14) sieht sich als Vogel über den Dächern der Stadt. „Einfach losfliegen über die Häuser hinweg“, das ist ihr Traum, den sie hier im Atelier verwirklicht. „Wir wollen Schule und Kultur verbinden und das Gängeviertel zu einem Ort der Begegnung zwischen Schülern und Künstlern machen“, so Hans Holl, der findet, dass Hamburg auf diesen historischen Ort stolz sein kann. Das Ziel ist es, hier einen modernen Lernort zu schaffen, einen offenen, kreativen Raum in Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Initiativen und außerschulischen Institutionen. Wo kann man mehr über Kunst lernen, als an einem historischen Ort in Zusammenarbeit mit Künstlern? (kg)
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