Lecker: Stintfang Cuvée

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Mit Begeisterung bei der Weinlese: Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) Fotos: Grewe
 
Zufrieden mit der Qualität der Sorte Phönix: der Stuttgarter Winzer Fritz Currle

Gute Lese an Deutschlands nördlichstem Weinberg an den Landungsbrücken

Hamburg. Es ging ratzfatz: Nur eine Stunde dauerte es, bis mit vielen fleißigen Händen der Wein von einem der nördlichsten Weinberge an den Landungsbrücken geerntet war.
„Zirka 50 Kilo Trauben sind es dieses Jahr“, so der Stuttgarter Winzer Fritz Currle, der sich zusammen mit seiner Frau Heiderose einen eigenen Weinbaubetrieb aufgebaut und auch das Stuttgarter Weindorf mitbegründet hat. Zusammen mit Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) lud er zur Weinlese ein.

Gutes Ergebnis

Und dieses Jahr war es ein besonders erfreulicher Anlass: Kein Pilz hatte wie im vergangenen Jahr den Weinberg befallen. „Die Trauben schmecken zuckersüß. Sie erreichen wahrscheinlich einen Zuckergehalt von 80 Grad Oechsle. Das ist ein gutes Ergebnis“, urteilte Currle fachmännisch. „Der 500 Quadratmeter große Weinberg gibt zwar etwas weniger Ertrag als 2012, damals waren es insgesamt 50 Flaschen, aber die Qualität ist hervorragend“, freut sich Fritz Currle.
Die Trauben der 100 Rebstöcke, davon 50 der Rebsorte Regent (rote Trauben) sowie 50 der Sorte Phönix (weiß) werden zirka 35 Flaschen ergeben. In Stuttgart-Uhlbach angekommen werden die Trauben von der Weinbaumeisterin Christel Currle, Tochter des Haues, gepresst und ausgebaut.

Zum Weindorf wieder da

Im folgenden Jahr pünktlich zum 30. Stuttgarter Weindorf, kehren die Trauben vom Weinberg in St. Pauli in flüssiger Form als „Hamburger Stintfang Cuvée“ nach Hamburg zurück. Die Flaschen (0,375 Liter), die die Stuttgarter jedes Jahr zur Eröffnung des Stuttgarter Weindorfes der Präsidentin der Hamburger Bürgerschaft überreichen, sind unverkäuflich. Sie werden nur an besondere Staatsgäste verschenkt. „Auf meinen Reisen habe ich schon Flaschen nach Japan und St. Petersburg mitgenommen“, so Carola Veit, die als Präsidentin der Bürgerschaft Hausherrin auf dem Weinberg am Stintfang ist.

Chemie gegen Pilz

Nachdem man letztes Jahr keinen „Stintfang Cuveé“ hatte, weil eine Pilzkrankheit die Reben komplett vernichtet hatte, freut man sich dieses Jahr über die Weinlese ganz besonders. Um dies sicher zu stellen, hatte man auf dem Berg 2014 viermal gegen die Pilzkrankheit Peronospora ein Pflanzenschutzmittel eingesetzt. „Alle Trauben waren letztes Jahr schwarz und vertrocknet. So etwas habe ich in den letzten 50 Jahren noch nie gesehen“, erinnert sich Fritz Currle mit Schrecken..
Der Weinberg ist ein Geschenk der Wirte des „Stuttgarter Weindorfes“ an die Hamburgische Bürgerschaft. Die ersten 50 Rebstöcke der Sorten Regent und Phönix wurden 1995 zum zehnjährigen Jubiläum des Weindorfes in Hamburg gepflanzt. Weitere 50 wurden 2010 anlässlich des 25-Jahre-Jubiläumsdorfs in Hamburg ergänzt. Gepflegt wird der Weinberg von Fritz Currle und einem kleinen Kreis von Wein-Freunden, zu dem Moritz Nagel und Ekkhart Opitz gehören.

Idee von Willy Bartels

Die Idee zum Weinberg am Stintfang stammt übrigens von Kiez-Legende Willy Bartels (1914 - 2007). Der Chef des Hotels „Hafen Hamburg“ sagte einmal zu Heiderose Currle, er würde gern Wein anbauen. Mit einem Weinberg direkt am Hotel war das Bauamt aber nicht einverstanden, mit dem Stintfang unterhalb der Jugendherberge schon. Allen Unkenrufen zum Trotz zeigen sich Experten von der Qualität des „Stintfang Cuveé“ beeindruckt. So urteile die ehemalige Chef-Sommelière des Hamburger Hotels Louis Jacob, Dagmar Willich, bei einer Verkostung: „Das ist ein wirklich gelungener Wein. Da ist ein Geruch von Rosenblättern, in Richtung Aprikose gehend. Ich hätte nicht gedacht, dass etwas so Tolles in Hamburg wachsen würde.“ (eg)
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