Lecker: Tomaten vom Dach

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Emin (v.l.), Hana, Jana und Carlotta gießen und harken das ganze Jahr über. Sie sind mächtig stolz auf alles, was sie hier ernten und in der Kita-Küche verarbeiten können

Kita baute sich ein Beet aufs Haus. Ernte wird selbst verarbeitet

St. Georg Die Kita Greifswalder Straße liegt nur fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt mitten im Stadtteil St. Georg, wo es auf den ersten Blick neben ein paar Straßenbäumen und kleinen von Nachbarn betreuten Mini-Blumen-Beeten, nicht wirklich viel Grün gibt.

Wenn unten zwischen parkenden Autos, Fußwegen und Radfahrern kein Platz bleibt dann eignet sich doch eine brachliegende Dachterrasse ganz wunderbar als Garten für Kinder. Das dachte sich Kita-Leiter Arne Ladda zu Beginn seiner Tätigkeit in der Einrichtung vor sieben Jahren und startete damit das Projekt Dachgarten.

Über eine Anzeige im Hamburger Wochenblatt fand er damals mit Ive Hauswald und Birgit Struck zwei ehrenamtliche Helfer, die noch heute weit über den Straßen der Stadt mit den Kindern in Sachen Gartenpflege aktiv sind. Im Frühling geht es los mit der ersten Aussaat der Bohnen und Sonnenblumen, dann kommen die Kartoffelknollen in die Erde und die Tomatenpflanzen werden eingesetzt. Das ganze Jahr über können die Kinder, die fast alle in Wohnungen ohne Garten leben, dann genau beobachten, wie sich das Gemüse entwickelt und anschließend im Herbst die Ernte übernehmen. „Wir haben hier ganz viel Gemüse“, überlegt Jana (7), „ auch Kürbisse und Zucchini, Tomaten und ganz tolle Gurken, die dann später sauer gemacht werden“. Alles wird nach der Ernte von den Kindern in der Kita-Küche selber verarbeitet. „Aus den Kartoffeln machen wir Puffer und aus den Kürbissen leckere Suppe“, verrät Hana (6). „Nur Reis bauen wir noch nicht an“, lacht Carlotta, „das kann aber auch noch kommen.“
„Leicht war es damals nicht die Finanzierung für das Projekt ins Rollen zu bringen“, erinnert Arne Ladda. Viele Stiftungen habe er angeschrieben, um zunächst die Finanzierung für die Brüstung rund um die Dachterrasse bezahlen zu können, die zur der Sicherheit der Kinder erhöht werden musste. „Insgesamt über 20.000 Euro sind damals zusammengekommen“. Der Aufwand habe sich aber auf jeden Fall gelohnt, so der Leiter, denn als Bewegungskita könne man hier neben der Gartenarbeit auch noch tolles Trampolin zum Springen anbieten. Besonders erfreulich findet Ladda, dass immer wieder Eltern vorbeikommen und bei den Garten-Aktionen, die zwei Mal im Jahr stattfinden, verlässlich mitmachen. Und noch ein ganz großes Geheimnis versteckt sich auf dem Dachgarten: „Wir haben hier die größten Tomaten der Welt“, lacht Emin (7), der immer ordentlich beim Gießen hilft, um „die Tomaten so groß wie möglich zu machen“. (kg)
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