Liebt die Großstadt: Pröpstin Astrid Kleist

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Astrid Kleist wurde zur neuen Hauptpastorin von St. Jacobi gewähltFoto: Kirchengemeinde St. Jacobi
City. Sie hat gerade zwei bedeutende und einflussreiche Aufgaben im Hamburger Kirchenleben übernommen: Astrid Kleist (41) wurde kürzlich zur neuen Hauptpastorin der St. Jacobikirchengemeinde und zur Pröpstin für die Propstei Alster-Ost gewählt. In dieser Aufgabe ist sie für
15 Kirchengemeinden mit 28 Pastorinnen und Pastoren zuständig, von Barmbek über Uhlenhorst, Winterhude, die City und St. Georg bis Hamm und Horn. Bis zu ihrer Wahl war Astrid Kleist eine ganz normale Gemeindepastorin in Osdorf. Sie ist ein Großstadtkind ist und lebt am liebsten in einer Großstadt. Vorschneller Aktionismus ist ihr fremd. Im Gespräch mit dem WochenBlatt formuliert sie langsam und mit großem Ernst ihre Worte: „Ich bin mir der Herausforderung wohl bewusst. Es gibt viele Erwartungen. Ich muss zunächst Schritt für Schritt meine Gemeinden kennen lernen.“ In der Kombination der beiden Ämter sieht sie einen großen Vorteil: „In einer Hauptkirche kann ich meine Stimme erheben, aber die Propstei weitet den Blick. Das bietet eine große Chance, nicht nur auf seinem Kirchturm zu hocken und sich hinter Administration zu verstecken.“
Keine Einzelkämpferin möchte sie sein, spricht von der „Einübung in die eigene Begrenztheit.“ Mit „offenem Ohr und wachem Blick“ will sie den Sorgen und Nöten der Gemeinden ihrer Propstei begegnen.
Ganz begeistert ist sie von der Jacobikirchengemeinde. „Hier wohnen viel mehr Menschen als man denkt. Auch alle, die hier arbeiten, die Obdachlosen und die Touristen gehören dazu“, findet Astrid Kleist. Die neue Hauptpastorin empfindet „ihre“ Gemeinde als sehr vielseitig, als „sozialdiakonischen Ort mit Pilgerschwerpunkt und Predigtkultur“, „mit gewachsener Prägung durch Kirchenmusik“, eine Kirche für die Anlieger der City, die mit Geschäftsleuten kooperiert, Kirchenführungen und Ausstellungen veranstaltet.
Wie kommt die Pastorin einer Gemeinde in Osdorf zu diesem Job? Sie wollte sich verändern, sich einer neuen Aufgabe stellen, erzählt Astrid Kleist, aber sie habe lange gebraucht, sich zu entscheiden. Da ist sie wieder, die bedächtige Behutsamkeit.

Wandern und Pilgern

Mitten in Hamburg in den wohlhabenden Stadtteilen ist sie aufgewachsen, konfirmiert in der Hauptkirche St. Nikolai in Harvestehude. In der Konfirmandenzeit kam ihr zum ersten Mal der Gedanke, Pastorin zu werden. „Da ging´s um Werte. Es wurden Fragen gestellt, die mich wirklich interessierten“. Sie studierte Theologie in Bethel, Berlin und Bochum, absolvierte ihr Vikariat in Horn und trat 2003 ihre erste Pfarrstelle in Osdorf an.
Wenn sie ´mal Freizeit hat, dann geht´s in die Natur zum Wandern, Zelten, Pilgern. „Ich liebe das Meer und die Stille“, erzählt die neue Hauptpastorin. Doch dafür bleibt erst einmal kaum Zeit. Zeit aber nimmt sich die Theologin, „um zu würdigen, was es gibt und eine Zeitlang mit der Gemeinde zu leben, um sie zu verstehen.“ Wie gesagt: „kein vorschneller Aktivismus.“ (ch)
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