Mehr Leben für die Fleete

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Die Fleetstadt ökologisch aufwerten: Wolfram Hammer, Karsten Borggräfe, und Eike Schilling, Nabu Foto: Haas

Bündnis „Lebendige Alster“ will Wasserweg der Innenstadt aufwerten

Mitte Die Verantwortlichen sind sich einig: Seit dem Start vor fünf Jahren hat das Aktionsbündnis „Lebendige Alster“ viel erreicht. Zusammen mit Freiwilligen wurden Abschnitte an der Oberalster renaturiert und neue Lebensräume geschaffen. Sogar private Alsteranrainer machten mit, ließen Steiluferbereiche abflachen, um neue Uferzonen für die Tier- und Pflanzenwelt am Wasser zu schaffen. Nach solchen Erfolgen nehmen die „Macher“ aus drei kooperierenden Naturschutzverbänden jetzt den letzten Alsterabschnitt vor der Mündung in die Elbe unter die Lupe: auf dem Weg durch die „Fleetstadt“ im Zentrum. Eike Schilling vom Nabu, Wolfram Hammer vom BUND und Karsten Borggräfe von der Aktion Fischotterschutz präsentierten geladenen Gästen das neue Vorhaben bei einer Tagung am vergangenen Freitag in der GLS Bank. Um mehr Leben in den Fleeten der Innenstadt zu schaffen, brauchen sie die Unterstützung der Fachbehörden ebenso wie der Anrainer. Einen Bündnispartner haben sie schon: Dirk Grah, Leiter der GLS Bank und Gastgeber des Nachmittags betonte, sein Haus sei als „Öko-Bank“ dem Umweltschutz besonders verpflichtet. Nach dem Umzug an die Düsternstraße 2015 übernehme er gerne die Verantwortung für „unser Stück Fleet vor der Haustür“. Eine weitere starke Verbündete: Dr. Elisabeth Klocke vom Vorstand der Stiftung Lebensraum Elbe. „Alster und Elbe gehören zusammen, die Fische wissen das. Die Hamburger taten nur lange Zeit alles dafür, Alster und Elbe zu trennen“, begründete Klocke das Engagement der Stiftung. Der erste Schritt für mehr Leben in der Fleetstadt sei die Durchgängigkeit für wandernde Fischarten, das fordere die Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Weshalb die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) den Bau von Fischtreppen veranlasste, erklärte BUE-Referent Helmut Ramers.
Durch die Rathausschleuse und die Mühlenschleuse am Nikolaifleet können demnächst 20 wandernde Fischarten wieder flussaufwärts in ihre Laichgewässer gelangen: freie Fahrt also für Neunauge und Meerforelle. Andreas Kellner, Leiter des Denkmalschutzamtes, setzte allerdings baulichen Eingriffen an und in den denkmalgeschützten Fleeten enge Grenzen, was zur Diskussion anregte: Nachdem sie als Transportkanäle ausgedient hätten, stehe der Schaffung von grünen Zonen auf schwimmenden Inseln und – unter Wasser – von Ruhezonen für Fische und Muscheln nichts mehr im Wege. Wie die Entwässerungskanäle ökologisch aufgewertet werden können, zeigten Sabine Rabe und Prof. Antje Stockman vom Studio urbane Landschaften in einer detaillierten Ideenstudie. So sei etwa die Anlage eines Süßwasserwatts im Tide-Bereich des Nikolaifleets machbar. Spannende Aussichten bot auch ein Badesteg an der Düsternstraße: bislang allerdings eine „konkrete Utopie“, für die noch viel zu tun sei. Info: www.lebendigealster.de (wh)
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