Mehr Parkgerechtigkeit

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Wilhelm Neuse ärgern die zusätzlichen Parkgebühren Foto: Hörmann

Behörden machen mobil gegen Gebührenmuffel

City. Die Autofahrer sind sauer, Parken in der Stadt wird jetzt noch teurer für alle, die abends länger bleiben, denn Parkgebühren sind ab März auch nach 18 Uhr fällig: „Die Stadt braucht Geld… und wir zahlen, das finde ich nicht gut“, sagt Wilhelm Neuse, er kommt aus dem Landkreis Harburg und ist daher auf das Auto angewiesen, wenn er nach Hamburg kommt.

„Die Stadt braucht Geld…
und wir zahlen, das finde
ich nicht gut“,
Wilhelm Neuse, Autofahrer
aus Landkreis Harburg
„Wenn man zwei oder drei Mal in die Stadt fährt und abends länger bleibt, wird man richtig Geld los!“, sagt er. Wilhelm Neuse ist einer der ehrlichen Autofahrer, denn die meisten ignorieren die Parkautomaten. Nur jeder fünfte zahlt. Kein Wunder also, dass die Stadt jetzt zu härteren Maßnahmen greift. „Wir erhöhen keine Parkgebühren, sorgen aber mit dem neuen Konzept für mehr Park-Gerechtigkeit“, erklärt Helma Krstanoski von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. Stundenlanges Blockieren eines Parkplatzes ohne dafür zu zahlen, das soll es nicht mehr geben. Ab März werden die Parkautomaten nach und nach umgerüstet, auch zum Teil neu eingerichtet, die gute alte Parkscheibe hat ausgedient. Gezahlt wird dann bis 20 Uhr und teilweise sogar bis 24 Uhr.
163.000 Euro lässt sich die Stadt diese Umrüstung kosten, ein entsprechender Senatsbeschluss wird für den 5. März erwartet. Auch an die Sparfüchse unter den Autofahrer hat die Wirtschaftsbehörde gedacht, denn wer einfach nicht zahlt, muss in Zukunft mit einem Knöllchen rechnen. Sieben Stellen schafft die Behörde ab März zur Überwachung der kostenpflichtigen Parkflächen.

„Wir erhöhen keine Parkgebühren, sorgen aber mit dem neuen Konzept für mehr Park-Gerechtigkeit“, Helma Krstanoski, Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation


Dabei handelt es sich um Mitarbeiter von Polizei und Feuerwehr, die aus verschiedenen Gründen (zum Beispiel gesundheitlichen Gründen) nicht mehr in ihrem eigentlichen Job arbeiten können. Die Geschäftsleute nehmen die Verschärfung der Parküberwachung gelassen, der Einzelhandelsverband begrüßt sogar den größeren Überwachungsdruck: „Der Parkraum ist knapp und die Parkchancen für den Autofahrer werden so besser“, sagt Wolfgang Linnekogel, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Hamburg. Für Langzeitparker, die ausgiebig bummeln gehen wollen, gebe es genügend Parkhäuser, meint Linnekogel. (sh)
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