Motivation statt Verbote

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Gunther Boettcher kümmert sich für die CDU um St. Georg und die City.Foto: Hanke

Dr. Gunther Boettcher verfolgt die Entwicklung in St. Georg seit 15 Jahren

Von Christian Hanke
St. Georg/City. Die Entwicklung der letzten 15 Jahre in St. Georg kennt er gut. Verfolgt die Veränderungen gerade in St. Georg sehr genau. Der 47-jährige Jurist ist Mitglied des dortigen Stadtteilbeirats, spezialisiert auf Stadtplanung, auch Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses Hamburg-Mitte. Die heutigen Veränderungen im westlichen Teil von St. Georg durch immer höhere Mieten müsse man auch unter dem Aspekt der Entwicklungen der letzten 20 Jahre sehen, findet Boettcher.

Dynamik nicht vorhersehbar

„Die Lange Reihe war Sanierungsgebiet. Die Altbausubstanz konnte durch gemeinsame Aktivitäten im Stadtteil in den 1990er Jahren erhalten werden. Die Dynamik der letzten zehn Jahre war so nicht vorhersehbar“, erzählt Boettcher, der auf dem Standpunkt steht: „Jeder Investor ist erst einmal frei. Wir haben die Soziale Marktwirtschaft. Der Markt soll Bebauungen regeln.“ Doch die CDU hat in den letzten Jahren Jahren ihre Position in St. Georg überdacht.
„Wir haben uns gewandelt. Wir haben gesehen: der Schutz für die angestammte Bevölkerung ist nicht ausreichend. Wir müssen uns in die Dynamik einmischen“, berichtet der CDU-St.Georg-Experte. Auch um Familien in den Stadtteil zu holen. Mit Bebauungsplan- und Nutzungsänderungen will die CDU neuen, auch für Familien attraktiven Wohnraum schaffen. Allerdings hat Boettcher „Verdrängung bisher nur selten gesehen.“

Auf den Einzelfall schauen

Es gäbe, so der CDU-Politiker, auch viele Hauseigentümer, die zu ihren Mietern stehen. Schließlich reife unter den Eigentümern derzeit die Erkenntnis, dass die Frage „Was passt in den Stadtteil?“ von Bedeutung sei. „Der Runde Tisch hat ein gemeinschaftliches Bewußtsein der Eigentümer geschaffen“, erzählt Gunter Boettcher. Von einem Verbot neuer Gastronomieansiedlungen, wie es die Grünen wollen, um die alteingesessenen Gastronomen zu schützen, hält Boettcher nichts. „Mit Verboten erreicht man nicht viel. Viel mehr dagegen mit Motivation“, findet der CDU-Stadtplanungsexperte. Außerdem müsse man genau hinschauen. „Jeder Einzelfall ist anders“, so Boettcher.
Im Sinne der Förderung von Familien im Stadtteil trägt auch die CDU das Freierkontaktverbot in St. Georg mit. Boettcher befürwortet aber eine nicht „zu repessive“ Handhabung dieser Regelung. Er plädiert für einen „vernünftigen Ausgleich der Interessen“ und verweist wieder auf die Vergangenheit. Im Vergleich zu früheren Zeiten sei „relativ wenig“ Straßenprostitution auszumachen. Wo gefällt es Gunther Boettcher am besten in St. Georg? Im Lohmühlenpark. Dort ein Boule-Nachmittag, das ist für ihn das Highlight in diesem Stadtteil.
In der City sähe Gunther Boettcher auch gern mehr Wohnungen, aber nicht zu hochgelegene. „Wir müssen in historischen Höheentwicklungen bleiben“, fordert der CDU-Politiker.
Als der Neubau gegenüber der Staatsoper hoch hinauswachsen sollte, war für ihn Schluss. Gunther Boettcher ist auch weit gekommen – in der Kommunalpolitik. Er war bereits stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion, gab diese Position aber aus zeitlichen Gründen wieder auf.
Wenn er ´mal nicht mit Job und Politik zu tun hat, entspannt er mit Frau und Hund oder mit Freunden. In der Natur, beim Segeln oder Lesen. (ch)

Seit 1996 ist Dr. Gunther Boettcher für die CDU Bezirkspolitiker in Hamburg-Mitte. Der 47-jährige Jurist ist Mitglied des dortigen Stadtteilbeirats, spezialisiert auf Stadtplanung, auch Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses Hamburg-Mitte. Außerdem ist der Mann der CDU für St. Georg und die Innenstadt.
Der gebürtige Hamburger ist Unternehmensjurist bei Exxon Mobile.
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