Musik verbindet

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Die Hände zum Himmel – beim Flashmob machen alle begeistert mit Foto: Gehm

Flashmob gegen das Altern auf dem Jungfernstieg

Von Dagmar Gehm
Neustadt
Sie tanzen, sie lachen, formen eine Polonäse, umarmen sich. Wildfremde Menschen – generationsübergreifend, mitten auf dem Jungfernstieg. Zwei Stimmungsmacher heizen den Flashmob an, immer mehr Zuschauer lassen sich zum Mitmachen hinreißen. Wohl an die 100 sind es. „Generationen bewegen“ lautet das Motto des Flashmobs, dieser kurzen, spontanen Aktion, die am Freitag im Rahmen der Fachtagung des Landesmusikrats Hamburg „Musik in Alteneinrichtungen – Musik berührt, aktiviert, verbindet“ stattfand. „Wir wollen Menschen emotional erreichen, aufheitern, eine Beziehung herstellen“, sagt Prof. Wolf Hagen Sobirey, der 16 Jahre lang Präsident des Landesmusikrats in Hamburg war und jetzt im Auftrag des Projekts „Musik im Alter“ unterwegs ist. „Das Hörorgan hält von unseren Organen am längsten durch. Es ist unmittelbar mit dem Gefühlszentrum verbunden. Das Ohr hilft als soziales Beziehungsorgan, Kontakte herzustellen und den Menschen emotional zu erreichen.“ 73 Jahre alt sei er selber, bekennt der Professor. Tanzen sei sein Geheimnis, sagt er und gibt gleich drei Empfehlungen, um den Alterungsprozess zu stoppen: Bewegung, Bildung und Gemeinschaft. Im Team macht sich die Initiative „Wir tanzen wieder“ stark für mehr Musik im Alter. Koordinator ist Stefan Kleinstück, der aus Köln mit Tanzlehrer Georg Stallnig angereist ist. „Studien haben gezeigt, dass gerade ältere Menschen häufig körperlich inaktiv sind. Deshalb sind neue Strategien gefragt, um diese zu mehr Bewegung zu motivieren. Mit unseren Flashmobs möchten wir die Öffentlichkeit auf unkonventionelle Art motivieren, den Themen Demenz und Gesundheit im Alter mehr Aufmerksamkeit zu schenken und der Dringlichkeit, auch im Alter mobil zu sein, Ausdruck verleihen“, so Kleinstück. Alle haben Spaß bei dieser ungewöhnlichen Aktion, auch Eva Maria Molz. Sie ist aus dem Bayerischen Wald angereist. „Ich tanze sehr gern“, sagt die 60-jährige Musikpädagogin und Tagungsteilnehmerin. Und weiter: „Vor der Kulisse der Binnenalster macht es doppelt so viel Spaß“. Auch Kirsten Arthecker vom Verein „Hamburgische Brücke“, Gesellschaft für private Sozialarbeit e. V., schwingt kräftig das Tanzbein auf der Reesendammbrücke. Seit zwei Jahren gibt es eine Kooperation mit der Initiative, denn Demenz ist das Kernthema der Hamburgischen Brücke.nNach einer halben Stunde ist alles vorbei. Was die Teilnehmer mitnehmen, ist der Wunsch, wieder mehr Musik in ihr Leben zu bringen und sich zu bewegen.

Weitere Infos: Generationen bewegen
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