Muss die Hundewiese weg?

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Hier ist nicht viel los: Trotzdem ist die Hundewiese im Lohmühlenpark bald Thema im Umweltausschuss Foto: Timm
 
Mit diesem Schild wird deutlich gemacht, dass Hunde hier frei laufen dürfen. Sonst müssen sie angeleint werden Foto: Timm

Konflikt zwischen Zwei- und Vierbeinern im Lohmühlenpark

Von Frank Berno Timm
St. Georg
Im Lohmühlenpark, der sich mit intensiven Bauarbeiten gerade wandelt, tritt ein Problem zutage, das einigermaßen schwierig zu lösen sein dürfte: Die Hundewiese, immerhin 3.200 Quadratmeter groß, bietet Anlass für Konflikte – so jedenfalls lässt es eine Beschlussvorlage der CDU aus der Bezirksversammlung vermuten. Allerdings gehen die Meinungen darüber, wie ernst diese sind, auseinander – und es gibt Tageszeiten, da sind die vierbeinigen Freunde in den Grünanlagen überhaupt nicht zu sehen. Doch jeder muss mal, auch der Hund. Der vierbeinige Menschenfreund braucht außerdem Auslauf und Bewegung – möglichst jeden Tag. Aber mitten in der Stadt ist es mit Plätzen, an denen das möglich ist, offensichtlich nicht allzu üppig bestellt. Im Lohmühlenpark, der in aufwändiger Arbeit gerade umgestaltet wird, befindet sich die Hundewiese, die ein halbes Fußballfeld misst. Liest man die Drucksache „21-1986“ der Bezirksversammlung Mitte, wird offenbar, dass es zwischen Zwei- und Vierbeinern zu Konflikten kommt: Gelegentlich, schreibt die CDU-Fraktion in ihrem Antragspapier für die Märzsitzung der Bezirksversammlung, käme es zu „unerfreulichen Begegnungen zwischen Hunden und Herrchen auf der einen und Eltern mit Kleinkindern auf der anderen Seite“. An Ort und Stelle ist das Bild differenzierter. Brigitte Wagner-Weichert von den „Lohmühlenstrolchen“, der Kita auf dem Krankenhausgelände in der Nähe, sagt, es gebe keine Schwierigkeiten, weil die Kinder immer morgens in die Anlagen gingen. Problematisch sei allerdings, dass die Hunde ihr Geschäft außerhalb der Hundewiese erledigten. Das bestätigt auch Geschäftsführer Paul Frey von der Kita Koppelkinder, die direkt an die Hundewiese grenzt. „Problematisch sind eher die Hundehalter“, so Frey. Sie ließen ihre Tiere manchmal zu früh von der Leine. Günstiger wäre gewesen, die Hundewiese auf die andere Seite des Parks zu legen, die Kita sei vorher schon da gewesen, meint Frey. Wie viele Hunde gibt es denn in der Innenstadt? Darüber sind keine verlässlichen Angaben möglich, weil die erfassten Hundehalter – für den Vierbeiner sind Steuern fällig – nicht nach Bezirken aufgeschlüsselt sind, wie Daniel Stricker von der Finanzbehörde auf Anfrage vermeldet. Hamburgweit seien 46.813 Hundehalter steuerlich erfasst, ergänzt der Sprecher der Finanzbehörde. Wer einen Hund hält, muss ihn anleinen, zu den „Hundeauslaufzonen“ (also Hundewiesen), auf denen die Anleinpflicht nicht gilt, kommen „freigegebene Wege, Pfade und Rasenflächen in Grün- und Erholungsanlagen“, wo ebenfalls keine Anleinpflicht besteht.

Hundebesitzer besorgt


Das Thema kam in der Bezirksversammlung am vergangenen Gründonnerstag schon in der öffentlichen Fragestunde zur Sprache. Eine Gruppe Hundebesitzer ist gekommen und hat von Plänen gelesen, die Hundewiese möglicherweise zu verlegen. Touristen mit Hunden, die ihr Hotelzimmer ganz bewusst in der Nähe buchten, fragten, warum die Hundewiese nicht eingezäunt sei. Leute übernachteten dort, das sei ein „Ärgernis für alle“, sagt eine Frau aus dem Publikum. Auch wenn die Wiese an den Steindamm verlegt werde, brauche es einen Zaun, sagt die Hundebesitzerin. SPD-Fraktionschef Arik Willner plädiert dafür, den Antrag in den Umweltausschuss zu verweisen: „Wir können hier nicht fachlich diskutieren“, sagt er. Michael Osterburg (Grüne) meint, die Nutzungskonflikte seien das größte Problem. Gunter Böttcher (CDU) fügt hinzu, ein Verlegen sei nicht erste Wahl, Frei-laufflächen müssten erhalten und verbessert werden. Oliver Sträter (SPD) erklärt, eine Verlegung innerhalb des Parks sei frühestens ab 20. August möglich, die U-Bahn-Haltestelle Lohmühlenstraße müsse barrierefrei entwickelt werden. Steffen Leipnitz (Linke) findet, ein Zaun werde dem Park schaden, sich auf einen zur Kita hin zu beschränken, könnte ein Kompromiss sein. Die Abgeordneten werden in einem der kommenden Umweltausschüsse weiter zum Thema diskutieren. Zweibeiner können sich mit schriftlichen Vorschlägen beteiligen.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 31.03.2016 | 19:48  
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