Neuer Ruete-Park?

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Hier kann sich Parsifal von Pallandt eine Revue über Emily Ruetes Leben vorstellen: an Dan Grahams „Double Triangular Pavillion for Hamburg“ Foto: Hanke

Namensvorschlag für Teile des Alsterparks

Uhlenhorst Schlicht Alsterpark heißen die Grünanlagen am östlichen Ufer der Außenalster in St. Georg, Hohenfelde und Uhlenhorst. Einen gehaltvolleren Namen mit unmittelbarem Lokalbezug sollte eine besonders schöne Ecke des Alsterparks an der Einmündung des Langen Zugs in die Außenalster erhalten, findet Parsifal von Pallandt, der sich intensiv mit Hamburger Straßennamen beschäftigt und schon zweimal erfolgreich auf Namensgeber mit NS-Belastung aufmerksam machte. Das Thema soll im Regionalausschuss Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde in der Sitzung am Montag, 1. Juni, behandelt werden.
Nun ein „positiver“ Vorschlag, eine Grünfläche nach einer bemerkenswerten Hamburgerin zu benennen. Die meist ruhige schöne Grünfläche, auf der einst das Uhlenhorster Fährhaus stand, sollte Emily-Ruete-Park heißen, findet von Pallandt.
Die potenzielle Namensgeberin wohnte schräg gegenüber an der Schönen Aussicht Nr. 29. Sie wurde 1844 unter dem Namen Sayyida Salme Prinzessin von Oman und Sansibar auf der ostafrikanischen Insel Sansibar, heute Teil von Tansania, geboren. Sie heiratete den Hamburgischen Kaufmann Heinrich Ruete und zog mit ihm nach Hamburg-Uhlenhorst, ließ sich taufen und nahm den Vornamen Emily an. Ihr Mann wurde 1870 in Uhlenhorst von einer Pferdebahn
überfahren. Emily Ruete begann zu schreiben. Sie veröffentlichte
die „Memoiren einer arabischen Prinzessin“, die erste Autobiographie einer Araberin in der Literaturgeschichte, sowie „Briefe in die Heimat“. Ein Dokumentarfilm („Die Prinzessin von Sansibar“, 2007) und ein Roman („Sterne über Sansibar“, 2010) behandeln das wechselvolle Leben von Emily Ruete.

Gedenkort


Nicht nur der frühere Wohnort der Araberin, auch die Nähe der benachbarten Moschee lassen die Grünfläche an der Ecke Alster / Langer Zug in den Augen von Parsifal von Pallandt als einen Gedenkort für Emily Ruete geeignet erscheinen.
Zur Darstellung ihres Lebens reizt ihn ein gläserner Pavillon auf der besagten Grünfläche. „Ich kann mir vorstellen, Emily Ruetes Leben hier Revue passieren zu lassen. Vielleicht mit Fotos“, schlägt von Pallandt vor.
Allerdings: Dazu müsste der renommierte amerikanische Konzeptkünstler Dan Graham sein Einverständnis geben, der den Pavillon 1989 anläslich der Hamburg Projekt 1989 geschaffen hat. Der hat übrigens einen Bezug zum Orient. Das dreieckige Stahldach ist um 45 Grad so versetzt, dass sich die Form eines Davidsterns ergibt, der, so Graham „auf die Symbolik der jüdischen und islamischen Religion“ zurückgeht.
Parsifal von Pallandt hat seinen Vorschlag bereits dem Bezirksamt Hamburg-Nord unterbreitet. Zu den Themen Islamisierung und Einwanderung könnte Hamburg mit der Benennung der Grünfläche nach Emily Ruete ein Zeichen setzen, so von Pallandt. Das Bezirksamt antwortete mit einer freundlichen Ablehnung: Das Amt sehe zur Zeit keinen Handlungsbedarf. (ch)
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