Neues Steintor am Berliner Tor

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Der Gebäudekomplex mit seiner auffälligen Fassade Foto: wn
Hamburg: Am Strohhause |

Haus mit Geschichte wechselt Eigentümer

Brigitte Wollmann
St. Georg
Sie sind aus dem Stadtbild von St. Georg nicht mehr wegzudenken. Die beiden rot-grau verblendeten Hochhäuser Neues Steintor/Hammerbrookstraße nahe Berliner Tor und der flache Gebäudekomplex, in dem sich unter anderem der real-Markt befindet, wurden von einer norddeutschen Pensionskasse an den Immobilienfond Berenberg Real Estate Hamburg verkauft. Über den Kaufpreis des Objektes „Neues Steintor“ schweigen die Verantwortlichen. Der Büro- und Einzelhandelskomplex umfasst knapp 34.000 qm Mietfläche und 600 Parkhaus-Stellplätze. Allein auf der Fläche im Erdgeschoss vor dem großen real-Markt sind McDonalds, Apotheke, Friseur und andere kleinere Unternehmen angesiedelt. In den Hochhaustürmen sitzen das Diabetiker-Zentrum, der Medizinische Dienst der Krankenkassen, viele weitere Gesundheitsdienstleister und etliche Büros. Zum Berenberg Immobilienfond gehören unter anderem das ehemalige Spiegel-Hochhaus und das Dorint-Hotel am UKE.

Der erste Selbstbedienungsmarkt

Der jetzt gekaufte Gebäudekomplex hat eine wechselvolle Geschichte. Dort, wo heute der real-Markt ist, entstand 1949 nach dem Zweiten Weltkrieg mit der „Produktion“ der erste Selbstbedienungsmarkt der jungen Bundesrepublik. Eine Sensation: kein Tante-Emma-Laden mit Bedienung, sondern mit dem Einkaufwagen durch Regale fahren – heute eine Selbstverständlichkeit. In den 60er Jahren wurde erweitert und neu gebaut, die „Produktion“ in Pro umbenannt und ein innovatives Kaufhaus mit zwei Stockwerken und Selbstbedienungsrestaurant geschaffen. Unten Lebensmittel, oben Haushaltswaren, Bekleidung und das Restaurant. Später wurde aus Pro- ein Plaza-Markt, danach für kurze Zeit WalMart und ab 2008 der große Supermarkt real. In das vordere Hochhaus zog in den 60ern die Firmenzentrale der Pro ein, die einstmals zu den größten Konsumgenossenschaften der Welt gehörte. Deren Riesenlogo prangte oben auf der Fassade bis zur durch Missmanagement verursachten Zerschlagung der Pro-Gruppe in den 70er/80er Jahren.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 05.10.2017 | 15:45  
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