Nichts Neues von Rabe

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Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (stehend) wurde vom Bezirk-Nord-Abgeordneten Martin Badel (v.li.), Sven Tode (MdHB) und dem Schulbehörden-Deputierten Jürgen Näther sekundiert. Foto: Biehl

Senator vor Ort: Kontroversen blieben aus

Von Bert C. Biehl
Uhlenhorst. Schule und Bildung gehören wohl zu den emotionalsten Themen in der Politik. Jeder kann mitreden, alle wollen nur das Beste für ihre Kinder, und jeder auf andere Weise. Themen wie G8, Bayern-Abi oder PISA sind schlechthin Aufreger, zumal die verantwortlichen Politiker in Bund und Ländern nicht immer schlüssig und geschickt agieren.
Von daher hätte man erwarten können, dass es voll wird, wenn Hamburgs Schulsenator Ties Rabe vor Ort ist, um sich im Stadtteil den Fragen der Bürger zu stellen. So wie jüngst im Gemeindesaal der Heilandskirche am Winterhuder Weg in Uhlenhorst.
Lag es nun daran, dass zeitgleich Bürgermeister Olaf Scholz ein paar Kilometer Luftlinie entfernt mit derselben Intention vor die Wähler trat oder doch daran, dass Rabe kurz zuvor seine Standpunkte im Interview mit dem Hamburger Abendblatt mehr als deutlich gemacht hatte?
Nur rund 35 Zuhörer waren erschienen, und die ganz großen Räder wurden in der zwei Stunden dauernden Veranstaltung nicht gedreht. So hätte man sich zum Beispiel trefflich über die Hamburger Elterninitiative „www.g9-jetzt-hh“ streiten können, nach deren Willen auch an Gymnasien wieder das Abitur nach neun statt acht Jahren möglich sein soll.

Nichts wurde hinterfragt

Doch was in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen möglich ist, sei für Hamburg kein Thema, hatte Rabe bereits im Abendblatt verkündet – und in Uhlenhorst wurde das nicht debattiert.
Nichts wurde hinterfragt, nur einmal blitzte der Ansatz einer Kontroverse auf: Als nämlich die frühere Abgeordnete der Bezirksversammlung Nord, Dorle Olszewski, die Situation der Langenhorner Stadtteilschulen ansprach. In zweien herrscht Raumnot, die dritte steht bald leer und soll auslaufen – eine Kooperation oder Dependancelösung soll es trotzdem nicht geben. Für einen Moment zuckten da die Mundwinkel des SPD-Bezirksabgeordneten Martin Badel, der als Vorsitzender des Schulausschusses in der unangenehmen Position ist, in jener Frage nicht mit seinem Senator übereinzustimmen.
Badel sowie der Bürgerschaftsabgeordnete Sven Tode und der Deputierte der Schulbehörde Dr. Jürgen Näther hätten dem Senator in dieser Veranstaltung erforderlichenfalls sekundiert – es war nicht erforderlich.
Immerhin erlebten die Erschienenen Rabe als eloquenten und kompetenten Redner, der unter anderem seine Ziele zur Berufsförderung, zur Ganztagsschule und zur Gewinnung neuer Erzieher schlüssig darlegte. Das alles war weder spannend noch strittig. Da geht es in Bürgerschaftssitzungen mitunter turbulenter zu. (hfr)
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