Offiziell: Speicherstadt ist Weltkulturerbe

Anzeige
Die Speicherstadt ist in die Liste als Weltkulturerbe aufgenommen worden Foto: thinkstock

Außenminister Steinmeier kam zur Urkundenübergabe nach Hamburg

Von Waltraut Haas
HafenCity. Endlich kam das kostbare Schriftstück – mit einem prominenten Überbringer: Bei einem festlichen Senatsempfang überreichte Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier in der ehemaligen Kaffeebörse im Ameron Hotel am vergangenen Montag die Urkunde an Bürgermeister Olaf Scholz. Bereits vor einem Jahr wurden die Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit Chilehaus in die UNESCO-Welterbe-Liste aufgenommen.

„Ich gratuliere Hamburg und Olaf Scholz zum Welterbe-Titel“, sagte Minister Steinmeier, „denn die Speicherstadt und das Kontorhausviertel dokumentieren einzigartig den Aufstieg der Hansestadt zu einem der größten und bedeutendsten Seehäfen weltweit.“ Zugleich gäbe ein solcher Titel Halt und Orientierung – das gelte auch für bedrohte Welterbestätten wie Palmyra in Syrien, weshalb sich die Kulturpolitik des Auswärtigen Amtes weltweit für den Schutz von kulturellem Erbe einsetze.

„Große Ehre für Hamburg“

„Dieser Titel ist eine große Ehre für Hamburg, und wir sind uns der Verantwortung für den Erhalt dieses außergewöhnlichen Kulturerbes bewusst“, betonte Olaf Scholz in seiner Rede. Der Bürgermeister dankte allen, die jahrelang zu diesem Erfolg beigetragen haben. Auch an die Anfänge der gewürdigten Gebäude-Ensembles erinnerte Scholz und an das frühere Gängeviertel: „Die Konstruktion auf einer Inselgruppe der Elbe war oft genug eine Zumutung für die Erbauer, aber auch für rund 16.000 Einwohner, die dafür zuvor aus ihren Quartieren weichen mussten.“ Heute finde ein „Umkehrprozess“ statt: durch neue Wohnquartiere in der HafenCity.

Die Speicherstadt (erbaut 1885-1927) und das Kontorhausviertel (1922-1928), als größtes zusammenhängendes Ensemble Hamburgs seit 1991 unter Denkmalschutz, sind für das UNESCO-Komitee ein hervorragendes Beispiel von Gebäude-Ensembles, „die einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte der Menschheitsgeschichte versinnbildlichen.“
Zum Ende des Festaktes schnitten Bürgermeister und Außenminister eine Riesentorte an: eine Nachbildung der Speicherstadtfassaden aus Marzipan und Zuckerguss.

Beim Rundgang durch die Speicherstadt bewunderten Steinmeier und Scholz edle Stücke im Teppichlager von Mohsen Borhani, und Frank-Walter Steinmeier ließ sich Zeit für Smalltalks mit Touristen. Nach einem letzten bewundernden Blick auf die Speicher am Kehrwiederfleet eilte der Bundesaußenminister schon weiter – zu weiteren Terminen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige