Panorama mit Ekelfaktor

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Flächendeckend ist der Jungfernstieg verdreckt Foto: mdt

Jungfernstieg verdreckt. Stadtreinigung: Spezialsäuberung erst im Oktober

Von Marco Dittmer
City
Er ist Hamburgs Aushängeschild und eines der beliebtesten Fotomotive bei Touristen – doch derzeit gleicht der Jungfernstieg eher einem Tretminenfeld. Besucher auf der Panoramameile zwischen der Europapassage und dem Nivea-Haus laufen aktuell Slalom zwischen Kaugummiresten, Papiertüten und getrockneten Hinterlassenschaften aus Eis, Bier oder Schlimmerem. Sitzplätze gibt es nur noch wenige, denn der helle Steinboden zwischen den Holzbänken ist oft vor Dreck kaum noch wiederzuerkennen.
Für die Stadtreinigung, die für die Sauberkeit an der Alster zuständig ist, sind die Schuldigen schnell gefunden. „Der Jungfernstieg entwickelt sich zur Partymeile“, sagt Reinhard Fiedler von der Stadtreinigung. Besonders bei gutem Wetter sei das Abfallaufkommen erheblich. Die Hamburger Polizei kann diesen Trend nicht bestätigen. „Bei schönem Wetter nutzen zwar vermehrt Menschen den Platz an der Alster. Mehr als in den vergangenen Jahren sind es aber nicht“, sagt Polizeisprecherin Karina Sadowsky. Offenbar bleiben die Stufen vor den Alsteranleger auch den ganzen Sommer über so verdreckt. Denn nach Wochenblatt-Informationen ist die nächste Nassreinigung erst für Oktober geplant.

Partymeile Jungfernstieg


Dafür engagiert die Stadt zweimal im Jahr ein Reinigungsunternehmen aus den Niederlanden. Spezialfahrzeuge, die Wasserdampf mit Hochdruck in die Steinplatten pressen, säubern dann drei Wochen lang die 18.000 Quadratmeter an der Alster. Bis dahin werden vermehrt Mülleimer geleert und jeden Morgen zwischen fünf und sechs Uhr aufgeräumt. Die klebrigen und eingetrockneten Überreste des Vortages bleiben dabei aber nicht selten liegen. Schon im vergangenen Jahr machte der Bootsanleger als neuer Treffpunkt bei Jugendlichen zum „Vorglühen“ Schlagzeilen. In lauen Sommernächten versammelten sich an Wochenenden oft mehr als 200 Heranwachsende. Viele von ihnen betrinken sich, um anschließend auf die Reeperbahn zu ziehen.

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2 Kommentare
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Rainer Stelling aus St. Georg | 18.06.2015 | 07:12  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 02.07.2015 | 11:06  
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