Planten und Blomen wird barrierefrei

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Für Radfahrer gesperrt: In Planten un Blomen ist Radeln verboten Foto: fbt
 
Gerade laufen Arbeiten, die Planten un Blomen barrierefrei machen Foto: fbt
Hamburg: Gorch-Fock-Wall |

Zugang nur für Fußgänger, Ausweichstrecken für Radfahrer fehlen

Von Frank Berno Timm
Hamburg-Neustadt
Radfahren in Planten un Blomen bleibt verboten – das gilt auch dann, wenn der Park barrierefrei sein wird. Doch die Ausweichstrecken links und rechts an einer der schönsten Hamburger Parkanlagen vorbei sind nur sehr eingeschränkt für Radfahrer geeignet. Am Stephansplatz laufen die Arbeiten an neuen, barrierefreien Eingängen. Am Gorch-Fock-Wall findet sich in stadtauswärtiger Richtung nur ein alter Radweg, der im Winter nicht geräumt wird, der parallele Fußweg ist wesentlich breiter und wäre für flottes Radfahren fast ideal. Am Bahnhof Dammtor führt die Marseillestraße erst durch die CCH-Garage und dann zu einer privaten Uni – hier muss der Radfahrer an einer langen Kette parkender Autos vorbei – die Straße wirkt hinter dem CCH trist und unfreundlich. Kein leichtes Unterfangen also für Radler.

Thema in der Bezirksversammlung

Daher haben die Radfahrer und deren Probleme rund um Planten un Blomen jetzt die Politik beschäftigt: In der letzten Sitzung der Bezirksversammlung passierte eine Vorlage noch einmal das Plenum, die das Thema aufgreift. Die Verkehrsbehörde teilt dort mit, der Straßenzug Holstenwall – Gorch-Fock-Wall stelle „an der langen Straßenseite in Fahrtrichtung Osten von Planten un Blomen sowie den Wallanlagen eine Hauptverkehrsstraße dar“, die Route solle voraussichtlich ab 2018 saniert und umgebaut werden. Dabei würden „regelkonforme“ Radwege in beide Richtungen entstehen. Das Bezirksamt will zusammen mit der Verkehrsbehörde einen Flyer entwickeln, der Radwege der Umgebung aufzeige, Informationen über künftige Verbesserungsmaßnahmen und langwierige Baustellen und Umleitungen beinhalten soll. Außerdem wolle man die
Website von Planten un Blomen und Facebook zur Kommunikation nutzen. Schließlich sei für den Sommer eine „einmalige, öffentlichkeitswirksame Aktion an einem belebten Wochenendnachmittag zur Aufklärung und Sensibilisierung für das Thema geplant. Außerdem sollen die Beschilderungen an den Eingängen erneuert und durch ein Piktogramm ergänzt werden – auf dem entsprechenden Beispiel steht „Fußgängerschutzgebiet“ und es ist ein Radler, der sein Gefährt schiebt, abgebildet.

ADFC will langsames Radfahren erlauben

Dirk Lau, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), fürchtet, dass die zusätzliche Beschilderung die Bereitschaft der Radfahrer, sich an das Verbot zu halten, nicht erhöhen werde. Lau findet das Angebot für die Radfahrer auf dem Holsten-/Gorch-Fock-Wall immer noch katastrophal. Radfahrer würden sich, solange dies so sei, immer den Weg durch den Park suchen. Man könne nur appellieren, rücksichtsvoll zu fahren, ein Schild „mit einer seltsamen Wortkonstruktion wie „Fußgängerschutzgebiet““ werde dazu wenig beitragen, Öffentlichkeitsarbeit dagegen mehr. Lau schlägt seinerseits vor, eine begrenzte Fahrerlaubnis für Radfahrer im Park mit Geschwindigkeitsbegrenzung zu testen, „immer verbunden mit dem Hinweis, dass Fußgänger dort Vorrang haben“. In Fahrradstraßen gebe es für das Verhältnis Radler – Autos ja eine analoge Regelung.
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