Portrait Heidi Liebermann

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Heidi Liebermann liebt es bunt. Ihre Lebensphilosophie heißt: sich immer wieder auf die Suche nach einem neuen Blickwinkel machen.Foto: kg

Ein Leben zwischen St. Georg und Brasilien

St. Georg. Die Künstlerin Heidi Liebermann wohnt mit direktem Blick auf die Alster im Bahnhofsviertel St. Georg. Das war nicht immer so, denn ihre erste Wohnung fand sie im Stadtteil über eine Anzeige, die „eine Alsterwohnung ohne Alsterblick“ annonciert hatte. Die Aussicht auf die vorübergleitenden Alsterdampfer hat Heidi Liebermann heute, weil sie irgendwann einfach in die Wohnung des Nachbarn zog, der lieber auf dem Land leben wollte. Eng verbunden mit St. Georg, ist die Malerin dennoch nur sechs Monate im Jahr vor Ort. Die restliche Zeit verbringt die kreative Künstlerin in Brasilien. Die Intensität der Farben, die ihre Bilder auszeichnen, sei dennoch Zufall, meint die Mutter von zwei Töchtern, die das sonnige Leben in Südamerika längst gegen das Hamburger Schmuddelwetter eingetauscht haben, und das ganzjährig. Heidi Liebermanns Verbindung nach Brasilien, entstand durch ihren früheren Mann, den Vater ihrer Töchter Rosa und Julia, mit dem sie 1974 für viele Jahre lang nach Lateinamerika zog. Heute ist es ein kleines Fischerdorf, das ihr für jeweils sechs Monate ein Zuhause unter Palmen bietet. Man merkt es schon nach den ersten Erzählungen der gebürtigen Hamburgerin: Heimat ist hier und dort zugleich. Heidis Abreise steht kurz bevor. Heidi Liebermann lebt von der Kunst, hat an der Armgartstraße studiert, und stellt sowohl in Deutschland als auch in Brasilien ihre Werke aus. Ihre Bilder sprechen von Menschen, „die Figur ist immer im Vordergrund“.
Die Farben, Heidi Liebermann mag es bunt, stehen in einer geradezu perfekten Harmonie zueinander. Jedes ihrer Bilder strahlt eine Schönheit aus, allein durch das faszinierende Zusammenkommen unterschiedlichster Farbkombinationen. „Ich liebe Farben“, sagt die Künstlerin, die auch in ihren Outfits stets zu leuchtenden Zusammenstellungen greift.
Als Figur wählt Heidi Liebermann meist die Frau als Kunstobjekt. „Männer interessieren mich nicht so sehr als Ausdrucksmittel“, stellt sie lachend fest. Heidi ist keine abstrakte Malerin, wirft nicht die Farben auf die Leinwand, sondern sucht immer wieder die Herausforderung sich um Neues kümmern zu können. „Die Dinge passieren dann einfach“, beschreibt sie ihre Arbeit. So kann es sein, dass ein einziges Werk immer wieder neue Wege geht, bis Heidi Liebermann das entdeckt hat, was ihr stimmig erscheint. „Alles soll immer wieder zu einem Abenteuer werden.“ Genau das ist auch die Lebensphilosophie der Künstlerin. „Immer wieder einen anderen Blickwinkel suchen, denn der kommt nicht von allein.“
Heidi Liebermann ist eine interessante Künstlerin und eine Frau, die schon nach wenigen Sätzen Eindruck hinterlässt, die ihren Rhythmus zwischen St. Georg und Brasilien gefunden hat und mit ihren Bildern Farbe ins Leben bringt. (kg)
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