Pro und kontra Helmpflicht

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Der Musiker Martin Luke Burns aus Belfast ist oft mit der Gitarre auf dem Rücken von einem Termin zum nächsten unterwegs. Sicherheit ist für ihn oberstes Gebot. Bei einem Unfall im Familienkreis hat er bemerkt, wie empfindlich der Kopf ist. „Durch einen unglücklichen Sturz vom Rad und einen Schlag auf den Kopf kann sich das Leben von einem Moment zum anderen verändern“, argumentiert er für die Helmpflicht

Neues Urteil sorgt für Diskussion. Was Hamburger Radfahrer und die Polizei sagen

Hamburg / St. Georg. Radfahrer, die bei einem unverschuldeten Unfall keinen Helm getragen haben, erhalten vollen Schadenersatz. So entschied es jetzt im Fall einer verunglückten Radfahrerin aus Schleswig Holstein der Bundesgerichtshof. Der Fall hat die Diskussion um die Radhelme neu entfacht. Laut Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) liegt die Helmquote bei Radlern derzeit bei etwa 15 Prozent. Das Wochenblatt hörte sich um, wie Hamburger das Thema beurteilen.
Auffällig: Männer greifen eher zum Helm, Frauen denken viel häufiger über optische Aspekte nach. „Wer erst mit dem Kopf auf den Bordstein geschlagen ist, der muss sich aber über die Frisur keine Gedanken machen“, kritisiert Martin Luke Burns aus Belfast, der selber eine Kopfverletzung in der Familie miterleben musste und weiß, dass sich ein Leben durch einen schweren Sturz von einem Moment zum anderen radikal verändern kann.
Er selbst fährt ausschließlich mit Helm. Zu viele Gefahren lauern seiner Meinung nach in der City: „Die vielen unübersichtlichen Linksabbiegespuren, zugeparkte Einbahnstraßen, die von Radfahrern dennoch beidseitig befahren werden dürfen, und unvorsichtige Autofahrer machen das Vorankommen in der Innenstadt oft zu einem gefährlichen Abenteuer. „Ich fahre einfach nur ganz gemütlich bei schönem Wetter“, lacht Elisabeth aus Eimsbüttel, die sich mit einem Helm unwohl fühlt. Die Polizei Hamburg hat eine klare Position, was das Tragen von Fahrradhelmen anbelangt. Fahrradhelme seien erste Wahl, um sich bei einem Unfall vor schweren Kopfverletzungen zu schützen, so Hendrik Holland, Leiter Verkehrserziehung und -prävention. Die Polizei Hamburg befürchtet allerdings auch, dass eine generelle Helmpflicht dazu führen würde, dass weniger Menschen das Fahrrad benutzen. (kg)
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