Rettung nach Überfall

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Räuber attackierte Rollstuhlfahrerin. Doch es gab Hilfe Foto:Grell

Räuber attackierte Rollstuhlfahrerin. Doch es gab Hilfe

St. Georg. Wenn Rita Geisselbrecht am Morgen in ihrer hellen Wohnung in St. Georg fertig gefrühstückt hat, dann ist sie gern mit ihrem Rollstuhl in den Straßen des Viertels unterwegs. Dabei trifft sie viele Menschen, die sie kennt und kommt mit ihnen ins Gespräch. Manches Mal sind es aber auch Fremde, die der Endsiebzigerin plötzlich einen Stadtplan auf den Schoss legen und nach dem Weg fragen. Rita Geisselbrecht kennt das und sie hilft gern Deshalb wunderte es sich auch nicht, als am 12. Juli um 17 Uhr, „Ich erinnere mich genau an die Zeit, weil ich auf die Krankengymnastin wartete“, so Rita, plötzlich ein fremder Mann von hinten an sie herantritt. Vielleicht ein Tourist, denkt sie noch, als ihr mit einem Ruck die silberne Halskette vom Hals gerissen wird. Die ältere Dame ist für eine Sekunde fassungslos, dann schreit sie um Hilfe, so laut sie kann. „Ich weiß nicht, woher die jungen Männer plötzlich kamen, aber alle drei nahmen sofort die Verfolgung des Täters auf, leider aber am Ende ohne Erfolg. Die Polizei zu involvieren, das wollte die Bestohlene zunächst nicht. „Was bringt das schon“, meinte sie, denn eigentlich ging es allein um den ideellen Wert der Kette.
„Tat sprach sich wie ein Lauffeuer herum“
Ein Freund hatte sie ihr vor kurzer Zeit geschenkt und sie gebeten, sie stets zu tragen. Wenige Tage vor dem Überfall war genau dieser alte Freund verstorben. Was Rita heute noch am meisten freut ist neben der Zivilcourage der drei Männer auch die große Unterstützung aus dem gesamten Stadtteil. „Es sprach sich herum, wie ein Lauffeuer“, erinnert sie den Tag nach dem Raub. „Ich bekam Blumen, sogar eine neue Kette und Zuspruch von allen Seiten.“ Das habe ihr ein neues Gefühl von Sicherheit gegeben. Die Menschen dort seien eben engagierter, als an manch anderem Ort und Hilfe noch eine Selbstverständlichkeit, vermutet die Bestohlene.
Rita Geisselbrecht würde sich gern noch einmal persönlich bei den drei Männern bedanken, die ihr gleich nach dem Überfall geholfen haben, aber leider hat sie weder deren Namen noch die Telefonnummern. „Mein Dank gilt der Spontanität und der Hilfsbereitschaft aller, die mir in dieser Lage geholfen haben. Ich hätte mir so viel Unterstützung in einem solchen Fall nicht erträumt“. Dass der Täter allerdings die Kette, die ihr so viel bedeutet, zurückbringt, daran glaubt Rita Geisselbrecht dann doch wieder nicht.
Inzwischen hat Rita Geisselbrecht doch noch Anzeige erstattet. „Ich würde dem Täter gern von der Freundschaft erzählen, die mich mit meinem Freund verbunden hat.“ (kg)
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