Schiffsplanken als Mahnmal

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Schüler zeichneten ein Boot aus Schiffsplanken, das vor dem Europäischen Parlament aufgebaut werden soll Foto: Grell

Aktion der Domschule Teil einer „Sternsinger“-Initiative. Erzbischof neuer Sonderbeauftragter

St. Georg Die Schüler der Domschule St. Marien haben ein Zeichen gesetzt gegen das tägliche Sterben auf der Flucht nach Europa im offenen Meer.Sie bemalten Schiffsplanken, die am Weltflüchtlingstag am 20. Juni vor das Europäische Parlament gelegt werden.
Eine ganze Woche lang hatten die Schüler der Domschule im Rahmen des Projektes „fairplayer“ über die Lage der Flüchtlinge gesprochen. „Wir haben Kuchen gebacken und an Flüchtlinge am Hauptbahnhof verteilt“, berichtet Jakob (14), „und mit den Schiffsplanken möchten wir unsere Solidarität mit denen zeigen, die noch unterwegs sind.“ Krikor (14) findet, dass eigentlich jeder den Menschen auf der Flucht helfen könne, auch derjenige, der gerade kein Geld dabei hat, das er spenden könnte oder keine Kleidung, die er teilen kann.
Alle Holzplanken, die jetzt bemalt wurden, werden vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ gesammelt und im kommenden Jahr als großes symbolisches Boot vor dem Parlamentsgebäude in Brüssel aufgebaut. Alle Katholischen Schulen in Deutschland werden daran beteiligt sein.
Die Schiffsplanken auf dem Kirchhof in St. Georg waren in weniger als einer Stunde vollständig bemalt: Winzige Boote mit winkenden Menschen hoch oben auf den Schaumkronen der Meter hohen Wellen, gleich daneben strahlende rote Herzen auf dem hellen Holz. „Unsere Herzen sind für die Kinder offen, die dort ihr Leben riskieren“, sagte Sophie (14). „Viele der Kinder sind vielleicht genauso alt wie wir“.
Unterdessen hat die Deutsche Bischofskonferenz den Erzbischof von Hamburg, Erzbischof Stefan Heße, zum „Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen“ ernannt. Mit diesem Schritt wollen die deutschen Bischöfe die vielfältige Arbeit künftig noch besser koordinieren. „Wir werden in den nächsten Tagen klären, welche Aufgaben der Sonderbeauftragte im Einzelnen übernimmt. Schon jetzt steht fest, dass die Sorge um Wohnraum für Flüchtlinge ein erstes Schwerpunktthema sein wird. Außerdem geht es um kirchliche Flüchtlingsarbeit beispielsweise in den Kirchengemeinden“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. (kg)
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David Dudyka aus St. Georg | 25.09.2015 | 09:18  
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