Schmackhaft schrumplig

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Das Obst von Hüsnü Polat sieht aus wie aus dem Bilderbuch, Schrumpel-Äpfel haben hier keine Chance. Doch er wirft nichts weg, verbraucht Unverkäufliches selbst Foto: Hörmann

Aktion zeigt: Unverkäufliches muss nicht in die Tonne

Von Stefanie Hörmann
City. Die Kaktusfeigen sehen aus wie gemalt, die Äpfel und Tomaten strahlen knackfrisch. Einfach zum Reinbeißen – bei „Obst im Kontor“, dem Geschäft von Hüsnü Polat, zeigen sich die Vitamine von ihrer schönsten Seite, denn genau so möchten es die Kunden haben.
„Verschrumpelte Äpfel würde bei uns niemand kaufen“, sagt Inhaber Hüsnü Polat, sein Wahlspruch ist daher „Frisch wie Hamburg“. Natürlich bleibt auch mal Ware liegen. „Die verwenden wir selbst zu Hause“, sagt der Obsthändler, „wenn viel Obst übrig bleibt, das man noch verzehren kann, geben wir es an Obdachlose. Nur was wirklich nicht mehr für den Verzehr geeignet ist, kommt in die Bio-Tonne.“
Vorbildlich – und doch: Viele kaufen nur die schönste und frischeste Ware, Schrumpeliges bleibt liegen. Wiel Essbares widerspricht EU-Normen und gelangt nicht in den Verkauf. Laut Experten landen so elf Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich auf dem Müll.
Das ruft jetzt die Aktivisten von Slow Food Hamburg auf den Plan. Die Initiative für bewusstes Essen veranstaltet gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung. die Aktion „Hamburg rettet Obst!“ am kommenden Sonnabend auf den Gerhart-Hauptmann-Platz.
„Es wird einfach zu viel Obst weggeworfen“, sagt Sebastian Wenzel von Slow Food Hamburg, „warum muss der Apfel immer rot und rund sein? Die Hälfte des geernteten Obstes kommt so gar nicht in den Supermarkt, das ist Verschwendung von wertvollen Lebensmitteln.“
Am Sonnabend können die Verbraucher an einer langen Tafel schälen, schnippeln und schmecken. Eine mobile Mostpresse ist im Einsatz, Marmelade wird gekocht, Köche verraten Tricks für die Küche.
u Sonnabend, 31. August, 10 bis 16 Uhr, 10 Uhr Säfte werden gepresst, 11 Uhr Marmeladen und Gelees kochen, 12 Uhr Expertentipps, Gerhart-Hauptmann-Platz, Eintritt: frei.
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