Schock: Überfall am Tag

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Lara Heunize Trujillo (l.) und Mitarbeiterin Bita Behzadfar fühlen sich nicht mehr sicher in ihrem Laden. Ein Schild informiert die Kunden: Sie müssen jetzt klingeln, um hineinzukommenFoto: Grell

Räuber entriss Geschäftsfrau Smartphone

Von Karen Grell
St. Georg. Seit 15 Jahren wohnt Lara Heunize Trujillo im Stadtteil St. Georg, und in all den Jahren ist ihr dort im schillernden Bahnhofsviertel nie etwas passiert. Die Mutter zweier erwachsener Kinder war stets fröhlich. Dass sie jetzt direkt in ihrem Laden in der Koppel mitten am Tag überfallen wurde, hat die Inhaberin eines Beautysalons aus der Bahn geworfen. „Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet.“ Kunden müssen künftig klingeln, um in den Laden zu kommen.
Sie verfolgte den Mann
Als der junge Mann mit dunklem Haar in das Geschäft kam, habe sie deshalb zunächst einen neuen Kunden vermutet. „Wir haben auch viele Männer hier, die sich behandeln lassen“, so Lara, die gerade ihr Handy in der Hand hielt, um einen Termin mit einer Kundin abzusprechen. Bevor sie sich dem vermeitlich neuen Klienten widmen kann, reißt dieser ihr das Smartphone aus der Hand und stürzt aus dem Laden. „Ich bin spontan hinterher gehetzt“, erinnert sich Lara, „und konnte ihm das Telefon wieder abnehmen.“ Ein Risiko - aber Zeit, um über die eigene Angst nachzudenken hatte die Kosmetikerin nicht. „Es ging alles so schnell, ich habe dann die Polizei gerufen und Anzeige erstattet“, berichtet Lara Heunize Trujillo.
Gerade ein paar Wochen zuvor war auch Rita Geisselbrecht direkt vor ihrer Haustür in der Stiftstraße im Rollstuhl überfallen worden. Die Silberkette, die ihr damals vom Hals gerissen wurde, ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Eine Häufung von Überfällen wollen die Beamten allerdings nicht bestätigen. „Das sind immer wieder Einzelfälle“, sagt Polizei-Sprecherin Sandra Levgrün.
Lara Heunize Trujillo hatte Glück im Unglück, weil
sie durch die Verfolgung des Täters ihr Eigentum wiederbekam. Die Tür zum Laden wird sie allerdings ab sofort nun verschlossen halten, da die Behandlungsräume im hinterm Teil des Geschäftes liegen und der Eingangsbereich so zu Behandlungszeiten unbeobachtet bleibt. Kunden müssen nun klingeln - „für uns ist das geschäftsschädigend“, bedauert die Unternehmerin, die erst vor drei
Jahren diesen Standort gefunden hatte. „Viele Kunden denken nun, der Laden sei
geschlossen.
Wer hingegen gerade einen Termin wahrnimmt und sich entspannen will,
ist vom dauernden Türklingeln genervt. Generell haben Lara und ihre Mitarbeiterinnen jedoch keine Angst. (kg)
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