Schweizer plant Hafencity

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Blick auf den Baakenhafen: Hier entsteht neben dem Überseequartier das zweite urbane Geschäfts- und Wohnviertel (rot markiert) mit einem Potenzial von 9.000 Arbeitsplätzen und 1.000 Wohnungen Foto: HafenCity GmbH (2), luc (2)
 
Prof. Jürgen Bruns-Berentelg (v.l.), Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH, der Schweizer Architekt und Wettbewerbssieger Markus Schaefer sowie Oberbaudirektor Jörn Walter Foto: HafenCity GmbH (2), luc (2)

Quartier Elbbrücken: Wettbewerb entschieden. Volumen:1,8 Milliarden Euro

Hafencity Es soll der glanzvolle Abschluss der Hamburger HafenCity werden – das „Quartier Elbbrücken“. Hier soll auf einer Fläche von 16,5 Hektar ab 2018 ein dicht bebautes urbanes Geschäfts- und Wohnquartier mit spektakulären Hochhäusern , Bürotürmen sowie attraktiven Wohnlagen am Wasser entstehen - ein Potenzial für 9.000 Arbeitsplätze und 1.000 Wohnungen. Der Siegerentwurf für das Areal kommt aus der Schweiz und wurde jetzt vorgestellt. Die besondere Lage des Quartiers stellte Stadtplaner und Architekten vor Herausforderungen: „Wie können in einem stark von Hafen und Verkehrslärm beeinflussten, hoch verdichteten Quartier gute Wohn- , Arbeits- und Aufenthaltsbereiche – auch im Freiraum – geschaffen werden“, beschrieb Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Chef der HafenCity Hamburg GmbH die Aufgabenstellung. Sieben international renommierte Architekturbüros hatten sich im Städtebaulichen Wettbewerb dieser Frage gestellt. Das beste Konzept entwickelte nach einhelliger Ansicht der Jury das Büro Hosoya Schaefer Architects aus Zürich: Zum Schutz vor Verkehrslärm an der nördlichen Versmannstraße sieht der Entwurf eine geschlossene Bürobebauung vor, die jedoch durch Vorplätze und vier zirka 50 Meter hohe Türme aufgelockert wird. Auch im östlichen Bereich sollen Bürotürme und eine relative geschlossene Bebauung vor Straßen- und Schienenlärm auf den Elbbrücken schützen.
Die Wohngebäude sind um lichte, begrünte Höfe gruppiert und lassen in vielen Richtungen Blickbeziehungen zum Wasser und räumliche Verbindungen zu. In die Erdgeschosse ziehen, wie in der gesamten HafenCity üblich, Geschäfte, Cafés und Restaurants, soziale und kulturelle Einrichtungen ein. „Wir wollten Grün, Privatheit, Lebensqualität und einen weiten Blick schaffen“, so Schaefer.
Mittelpunkt des Quartiers ist der große Platz am Kopf des Baakenhafens, der durch die Setzung eines dominierenden Hochhauses (110 Meter) unterstrichen wird. Von hier aus führt eine ansteigende Diagonale durch das höher gelegene Büroviertel direkt zur Bahnstation.
„Herausragend“, lobte Oberbaudirektor Jörn Walter, sei es den Preisträgern gelungen, „die besondere Qualität des Standortes mit seiner Lage am Wasser und einer ausgezeichneten U- und S-Bahnanbindung für fast alle Wohnungen und Arbeitsplätze auszunutzen“ . Trotz der Dichte wirke das Konzept leicht und biete Großzügigkeit.
Die U- und S-Bahnstation an den Elbbrücken befindet sich bereits im Bau. Ende 2018 soll die U-Bahn fahren, Anfang 2019 die S-Bahn. Dann soll auch der Hochbau beginnen.
In den kommenden Monaten wird der Entwurf noch weiter bearbeitet und in einen Funktionsplan überführt, der als Grundlage für die Grundstücksangebote zu den einzelnen Baufeldern dient. Insgesamt rechnet die Stadt mit einem privaten Investitionsvolumen von 1,8 Milliarden Euro. Ein Freiraumwettbewerb nimmt später die Gestaltung von Straßen, Plätzen und Grünanlagen in den Fokus. (luc)

Das Quartier in Zahlen:
Die Gesamtfläche umfasst 21 Hektar, mit einem Potenzial von 13.000 Arbeitsplätzen. Der städtebauliche Wettbewerb bezog sich auf den mit 16,5 Hektar größten Teil des Quartiers links der Freihafenbrücke mit einem Potenzial von 9.000 Arbeitsplätzen. Weiter östlich außerhalb des Wettbewerbsareals sollen drei etwa 150 Meter hohe Türme ein neues städtebauliches Tor zu Hamburg bilden.
Verteilung Flächennutzung: Von insgesamt 411.000 m² Bruttogeschossfläche entfallen mehr als 60 Prozent auf Büroarbeitsplätze, etwa 30 Prozent sind für Wohnen, darunter 350 geförderte Wohnungen vorgesehen, zehn Prozent für öffentlichkeits-bezogene Nutzungen.
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3 Kommentare
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Elke Noack aus Rahlstedt | 07.10.2015 | 08:51  
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Michael Kahnt aus Barmbek | 07.10.2015 | 14:32  
1.240
Elke Noack aus Rahlstedt | 08.10.2015 | 10:17  
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