Selbst­por­t­rät statt Selfie

Anzeige
Ein faszinierendes Bild: Dascha hat ihre Haare in Szene gesetzt

In den Deichtorhallen: Schüler stellen eigens gestaltetes Fotobuch vor

Von Karen Grell

Hafencity Ein Buch voller eigener Bilder: Mit dem Titel „Fotographie DiggaHH“ wurde von den Schülern der Brüder Grimm Schule ein Bildband geschaffen, welches mehr Persönlichkeit zeigt, als jedes Selfie es je könnte.

Zur feierlichen Buchpräsentation in den Deichtorhallen, im Haus der Fotografie, sollte eigentlich jeder Schüler aus dem Medienprojekt ein eigenes Exemplar in den Händen halten. Ein Feiertag in Süddeutschland hatte den Druck aber leider verzögert und der Fotograf und Kursleiter, André Lützen, konnte den Schülern das fertige Buch nur auf der Leinwand zeigen. „Es soll schon morgen eintreffen“, bedauert der Künstler die Verspätung.

Zusammen mit den Schülern aus dem Profilkursus „Kunst und Medien“ hatte sich der Künstler aus Altona auf die Suche nach dem Foto gemacht, das die eigene Identität am ehesten wiederspiegeln sollte. „Fotografie, das kann viel mehr sein, als nur ein schnelles Selfie mit dem eigenen Handy“. Diese Behauptung hatten die 24 Schüler der zehnten Klasse der Brüder Grimm Schule einfach einmal selber ausprobiert. Ein ganzes Semester lang zogen die Jugendlichen durch die Stadt, immer auf der Suche nach dem perfekten Selbstporträt. Finanziert über die „Kulturagenten“ konnte sich jeder Schüler mit einer Spiegelreflexkamera ausgestattet an seinem Lieblingsort porträtieren. Gelernt haben die jungen Fotografen zunächst auch eine ganze Menge über Bildaufbau und den Umgang mit der Kamera, denn Voraussetzung für das Projekt war, dass keines der Bilder bearbeitet werden sollte.

Pamelas Portrait zeigt nur eine Hand, auf der verschiedene Lippenstift-Farben ausprobiert wurden. „Schminken ist mir eben einfach wichtig“, betonte die Siebzehnjährige. Dascha (16) hat ihre schönen langen Haare für das Foto als Kunstwerk auf ihrem Bett drapiert. Immer freitags sei die zehnte Klasse in Zweiergruppen zum Fotografieren unterwegs gewesen. „Besonders interessant war es, die richtigen Orte zu finden, um dann auch gleich die Kulisse für das Foto zu haben“, betonte Meike (16). Vor allem aber, und das ist Klassenlehrer Steffen Biewald zuerst aufgefallen, konnte jeder seine persönliche Geschichte in den Bildern erzählen. Dabei seien oft ganz andere Charaktere zum Vorschein gekommen.Deshalb passt auch der Titel „Fotographie DiggaHH – Bilder schweigen nicht“ so gut zu dem entstandenen Werk.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige