Solidarität geht weiter

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Wohlers soll bleiben, dafür protestieren die Menschen hier im Bahnhofsviertel Fotos: Grell

Buchhandlung soll bleiben

St. Georg. Die Stimmung in St. Georg ist angespannt, seit mehrere alteingesessene Läden ihren Platz räumen sollen. Zuerst ist nun das Kräuterhaus in die Koppel umgezogen, jetzt soll auch die Buchhandlung Wohlers in der Langen Reihe raus.

An den letzten beiden Donnerstagen der vergangenen Wochen hat es deshalb zum Protest jeweils eine Lesung vor dem Geschäft und auf dem Hansaplatz gegeben, um kundzutun, dass „es so im Viertel nicht weitergehen kann“. Die Anzahl der Protestler zeigte deutlich, dass St. Georg es ernst meint. „Sogar die Politiker sind nun wohl aufgewacht“, freute sich Michael Joho vom Einwohnerverein, der bei der ersten Veranstaltung fast tausend und bei der zweiten Lesung immerhin noch mehrere Hundert zählte und jetzt auch ein halbes Dutzend Bezirksabgeordnete auf der Veranstaltung entdeckte.
Nachdem die Bezirksversammlung zwei Anträge der SPD und der Linken jeweils einstimmig angenommen hatte. „Insofern sind unsere Proteste sehr erfolgreich angelaufen und bei Politik und Verwaltung angekommen“, so der engagierte Bewohner des Viertels. Es müsse aber darüber hinaus erkannt werden, dass es sich im Fall Wohlers keineswegs um einen Einzelfall handele, meinen die Bewohner des Bahnhofsviertels, die um den Erhalt ihrer Buchhandlung kämpfen wollen. Gerade die kleinen und gemütlichen Läden seien in St. Georg immer sehr beliebt gewesen und würden nun durch neue Investoren verdrängt werden.
„Kennen Sie noch einen Stadtteil mit einem Heißmangelbetrieb und einem Schuster, der alles wieder zusammenflickt, was ihm in den Laden gebracht wird?“ Die Menschen in St. Georg sind sauer über die Entwicklung vor Ort und wollen weiter protestieren. (kg)
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