SPD-Politiker diskutiert mit Hamburger Schülern

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Empfingen SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Markus Schreiber (M.): Schulleiter Klaus Nemitz (r.) und Geschäftsführer Andreas Haase (l.) Foto: Hanke

Unter dem Motto „Politik macht Schule“ stellt sich Bürgerschaftsabgeordneter Schreiber den Jugendlichen in St. Georg

St. Georg Wie gut sind die Oberstufen-Schüler der Hamburger Privatschulen mit Politik und Demokratie vertraut? Das wollten 22 Bürgerschaftsabgeordnte im Rahmen der Aktion „Politik macht Schule – Eine Stunde für die Freien“ wissen. Zwei Schulstunden gaben sie an diesem Tag im Fach Politik an einer Privatschule. An den Brecht-Schulen in der Norderstraße musste sich auch der geladene Politiker bohrenden Fragen stellen. Markus Schreiber war gekommen, SPD-Bürgeschaftsabgeordneter und zehn Jahre Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Mitte. „Wer interessiert sich für Politik?“, wollte Schreiber zunächst wissen. Rund die Hälfte der 200 Schüler meldete sich. „Wie informiert ihr euch über Politik?“, wollte Schreiber als nächstes wissen. „Smartphone, Apps“, schallte es dem Politiker entgegen. Aus Zeitungen, nur wenn Eltern sie abonniert haben. Dann wurde es genauer. Wissen die Schüler, was die Hamburgische Bürgerschaft, was die Bezirksversammlungen machen, wie der Bürgermeister heißt? Kennt gar jemand Bezirksabgeordnete aus Hamburg-Mitte? Ergebnis: die Bürgerschaft und der Bürgermeister sind ein Begriff. Was Bezirksversammlungen sind, wusste niemand. Niemand ist auch Mitglied einer politischen Partei, aber alle leben gern in einer Demokratie. Das größte Interesse der Schüler unter den Politikfeldern galt übrigens der Außenpolitik. Dann wurde Schreiber befragt. Was tut die Politik, um Menschen für sie zu begeistern? Warum ist die SPD für CETA (Freihandelsabkommen der EU mit Kanada)? An dieser letzten Frage bissen sich Schüler und Schreiber fest. Es entspann sich eine hartnäckig geführte Diskussion. Die Schüler ließen nicht locker, Schreiber wandelte sich zunehmend vom lockeren Moderator zum Parteipolitiker. „Warum gibt es keinen Volksentscheid über CETA?“, wollte ein Schüler wissen. Schreiber bekannte, „ein natürliches Spannungsverhältnis zu Volkentscheiden“ zu haben. Die Politikverdrossenheit sei Schuld der Parteien, meinte ein Schüler. Schreiber setzte ein Bekenntnis zur Demokratie dagegen, bekannte aber auch ganz aufrichtig, es sei „richtig viel Arbeit“, die Bevölkerung zu informieren. Schließlich: „Man kann niemanden zwingen.“ Aber das Interesse an Politik hat Markus Schreiber doch geweckt. Zumindest wurde auch die Frage gestellt: Wie kann man in die Politik einsteigen? (ch)
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