SPD/FDP: Schul-Fusion „mit Bedacht“

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Die Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schule Uferstraße setzen sich seit Juni mit Protestaktionen für den Erhalt ihrer Schule ein. V. l.: Jana (16), Marcel (19), Michelle (18), Lisa (17), Christibel (17), Nathalie (19) und Olivia (16) Foto: wb

Schule Uferstraße Thema in Bezirksversammlung. Linke kritisieren Verlegung der Hauswirtschaft

Hamburg. Verlegung ja, Verschmelzung nein: Das ist der Kern der Stellungnahme der Bezirksversammlung (BV) Nord zu den Schulentwicklungsplänen in Uhlenhorst.
Wie berichtet, will die Schulbehörde (BSB), dass die Berufliche Schule Uferstraße und die benachbarte Fachschule für Sozialpädagogik (FSP1) zu einem „Schulzentrum für Sozialpädagogik“ verschmelzen. Die Ausbildungsgänge „Haus- und Familienpflege“ und „Hauswirtschaft“ sollen im Zuge der Umstrukturierung an einen anderen Standort verlagert werden. Bleiben sollen die Fachoberschule für Sozialpädagogik und die Ausbildungsangebote für Schüler mit Behinderung. Dagegen protestieren Schüler und Lehrer der betroffenen Schulen. Insbesondere sehen sie die Inklusion, also das Miteinander behinderter und nichtbehinderter Schüler, in Gefahr. Im Behördendeutsch heißt dieser Plan „Referentenentwurf eines Schulentwicklungsplans für die berufsbildenden Schulen“ (SEPL). Nachdem sich der Schul-Ausschuss der BV-Nord ausführlich damit und mit der besonderen Rolle der Schule Uferstraße (W2) auseinandergesetzt hatte, haben die Fraktionen von SPD und FDP sowie die Linke in der Bezirksversammlung nun jeweils eine Stellungnahme zur Abstimmung gestellt.
Fraktionsübergreifende Einigkeit herrschte darüber, dass die allgemeinen Ziele des SEPL-Entwurfs zu begrüßen sind. Auch die Entscheidung, keine der Schulen zu schließen, wurde allgemein positiv bewertet. In Bezug auf die Berufliche Schule Uferstraße (W2) gingen die Meinungen jedoch auseinander. Die Koalition aus SPD und FDP vertrat die Position, eine Verlegung des Fachbereiches Hauswirtschaft von der Uferstraße an die Gewerbeschule für Ernährung und Hauswirtschaft (G3) erscheine mittelfristig sinnvoll, müsse aber mit Bedacht erfolgen. Dazu sei es empfehlenswert, dass die beteiligten Schulen sich verbündeten. Allerdings: Eine Verschmelzung der W2 mit der benachbarten Fachschule für Sozialpädagogik FSP1 halten SPD und FDP aufgrund der hohen Schülerzahl für überdenkenswert.
Aus Sicht der „Linken“ widerspricht die Verlagerung des Fachbereichs Hauswirtschaft an die G3 dem Anspruch des Senats, Inklusion voranzutreiben und eine hohe Durchlässigkeit für Menschen mit und ohne Behinderungen zu schaffen. Verabschiedet wurde in der Bezirksversammlung schließlich die Stellungnahme von SPD und FDP. Linke und Grüne stimmten dagegen. Die CDU enthielt sich ihrer Stimme. Ein Entscheidungsrecht hat die Bezirksversammlung in dieser Sache nicht. Sie ist lediglich berechtigt, eine Stellungnahme abzugeben. (bb/wb)
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