St.-Georg-Loch bald zu

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Das Baufeld (rot markiert) liegt seit mehr als einem Jahrzeht brach. Seit 2006 gehört es dem jetzigen Investor Luftbild: FHH

Baugenehmigung für Fläche an der Adenauerallee erteilt

Von Annette Luckey
St. Georg
Ein Blick über den hohen Bauzaun zeigt das gewohnte Bild: eine tiefe sandige Grube, spärlich mit Gras bewachsen. Seit mehr als zehn Jahren klafft an der Adenauerallee 52 – 58 eine städtebauliche Wunde, die scheinbar nicht verheilen wollte. Doch nun mehren sich die Zeichen, dass die gut 4000 Quadratmeter große Baulücke 2017 endgültig geschlossen wird. Am 22. September hat die Stadt die Baugenehmigung für ein Marriot-Courtyard-Hotel der Vier-Sterne-Kategorie mit 277 Zimmern sowie ein 55 Meter hohes Gebäude mit 113 Wohnungen erteilt. Zum konkreten Bautermin hält sich der Projektentwickler, die Patrizia Immobilien AG aus Augsburg, seltsam bedeckt: „Derzeit gibt es keinen Kommunikationsbedarf“, sagte Unternehmenssprecher Ralf Beunink.

Städtebaulicher Vertrag geschlossen


Der städtebauliche Vertrag, der mit Unterzeichnung rechtskräftig ist, schreibt jedoch einen Baubeginn spätestens bis April 2017 und eine Fertigstellung bis 31. März 2019 fest. Das geht aus den jüngst im Stadtteilbeirat St. Georg präsentierten Informationen hervor. Einer zügigen Realisierung steht von der Planung her nichts mehr im Wege. Die von dem renommierten Hamburger Architektenbüro Störmer Murphy and Partners bereits 2013 entwickelte Planung für den Gebäudekomplex steht. Wie der Standort an der Adenauerallee einmal aussehen wird, kann man der Website des Büros entnehmen.

17-geschossiger Wohnturm


Die Architekten haben einen 17-geschossigen, mehreckigen Wohnturm mit versetzt angeordneten Balkons entworfen, der an die bis zu 90 Meter hohen Bürohäuser am Strohhause anknüpft. Der 7-geschossige Hotelriegel, der von der Adenauerallee in die Tiefe des Quartiers geführt wird und einen grünen Innenhof einfasst, trägt dagegen der angrenzenden Quartiersbebauung entlang der Böckmannstraße und Lindenstraße Rechnung.
Auch der Betreiber des Hotels mit Konferenz- und Tagungsräumen, Bar, Restaurant und Fitnessbereich steht fest. Den Zuschlag erhielt die Bierwirth & Kluth GmbH (B&K)in Wiesbaden. „Ein schöner Innenstadt-Standort, gute Architektur und gastronomische Highlights“, ist B&K-Preopening-Manager Bert Mensing von dem Hotelprojekt überzeugt. Er rechnet schon im kommenden Sommer mit dem Baubeginn.
Im Stadtteil St. Georg ist das Projekt, das 50 Prozent der Bruttogeschossfläche für Wohnungen vorsieht, angesichts der Wohnungsknappheit in zentrumsnahen Quartieren hoch willkommen. In dem Wohnturm sind etwa 113 Wohneinheiten in der Größe zwischen 27 und 130 Quadratmetern geplant. Die Mehrzahl soll im mittleren Bereich zwischen 60 und 80 Quadratmetern gebaut werden. Ein öffentlich geförderter Mietwohnungsbau – wie er im Rahmen des Hamburger Wohnungsbauprogramms bei Neubauvorhaben angestrebt wird, ließ sich trotz intensiver Gespräche der Politik, Verwaltung und der Immobilien GmbH an dieser Stelle offensichtlich nicht durchsetzen.

Immer wieder verschoben


Mit der Bebauung der Adresse Adenauerallee 52 bis 58 findet eine lange Geschichte voller Pannen und Pleiten ein gutes Ende. 2006 hatte die Patrizia das Grundstück erworben, um dort einen 13-stöckigen Bürokomplex mit dem klangvollen Namen „Hanse-Cube“ zu errichten. Dafür lag die Baugenehmigung 2008 vor – dann brach die Finanzkrise herein, die Büromieten sanken und Investoren sprangen ab. Vier Jahre später (2012) nahm die Patrizia mit der Planung des Wohn- und Hotelkomplexes einen neuen Anlauf. Auch hier musste das Unternehmen allzu schnelle Start- Ankündigungen immer wieder neu terminieren. Mit dem Städtebaulichen Vertrag ist nun ein Zeitlimit gesetzt.
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1 Kommentar
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Kurt Hoffmann aus Hamm | 11.10.2016 | 11:32  
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