Stadtteilbeirat St. Georg: Ungewisse Zukunft

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Michael Joho ist Mitglied des Stadtteilbeirates in St. Georg.Foto: kg

Förderprogramm für Bürgerbeteiligung läuft Ende des Jahres aus

St. Georg. Das Bahnhofsviertel St. Georg hat einen der größten Stadtteilbeiräte in Hamburg und vielleicht auch den aktivsten. Seit 35 Jahren läuft das Engagement der Bürger, nun ist die Zukunft der Beteiligung durch die Anwohner ungewiss. Zum Ende dieses Jahres läuft das Förderprogramm des Bezirksamtes aus und noch ist nicht sicher, wie es danach weitergehen wird. Während in diesem Jahr noch die monatlichen Zusammenkünfte gesichert sind, soll es für 2014 nur eine Nachsorgephase für den ältesten Stadtteilbeirat Hamburgs geben, mit Sitzungsterminen, die dann gerade einmal quartalsweise stattfinden und im Anschluss ganz eingestellt werden sollen. Die Abteilung für Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamtes Mitte hat bisher keine weitere Lösung vorgeschlagen. Michael Joho vom Stadtteilbeirat St. Georg sieht dieser Entwicklung mit Unbehagen entgegen, denn für ihn und die etwa zwanzig weiteren Mitglieder des Beirats im Stadtteil ist der Wunsch auf Bürgerbeteiligung „eine absolute Notwendigkeit, die eher erweitert als reduziert werden sollte.“ Deshalb spricht sich der Stadtteilbeirat auch mehrheitlich für ein Weiterbestehen aus, auch im Hinblick darauf, dass schon viel durch dessen Mitarbeit im Viertel bewirkt werden konnte. Von geplanten Fahrradbügeln und dem bereits bestehenden Fußgängerüberweg an der Stiftstraße bis hin zu Protesten gegen die Vertreibung von kleinen Geschäften in der Langen Reihe haben sie die St. Georger für ihren Stadtteil stark gemacht. „Kommunales Mitspracherecht muss selbstverständlich werden“ betont Michael Joho, der kein Verständnis dafür hat, dass an dieser Stelle gespart werden soll und nicht an anderer. Gut begründete Geschichten hätten immer eine Chance auch umgesetzt zu werden, so Joho. Die Sitzungen des Stadtteilbeirats St. Georg sind mit bis zu hundert Besuchern stets gut gefüllt und das Interesse an Information und gemeinsamer Diskussion absolut gegeben. „Wir haben viel zu bereden“, steht dem Argument des Bezirkes, der sich auf fehlende Mittel beruft, entgegen. Der Stadtteilbeirat will dabei nicht nur Dinge beschließen, die etwas kosten, sondern dabei sein, wenn Themen auf dem Tisch liegen. „Wir können so in die Thematik mit hineingrätschen.“ Die Vertreibung der Obdachlosen am Hauptbahnhof ist eines dieser Anliegen. Mit dem Verfügungsfond hat der Stadtteil zudem einen Bürgerhaushalt, der für Projekte vergeben werden kann. Dass es weitergehen muss, steht deshalb für die Mitglieder des Beirates in St. Georg außer Frage, es geht nur noch um die genauen Bedingungen. Wie sich der Bezirk hierzu entscheidet ist allerdings noch offen. (kg)
u Der Stadtteilbeirat trifft sich am Donnerstag, 4. April, 19.30, Stiftstraße 15. Erster Aktionstag: 27. April 10 bis 20 Uhr .
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