Steindamm: So soll er schöner werden

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Der südwestliche Teil des Steindamms könnte bald durch versenkbare Poller vom Durchgangsverkehr befreit werden Foto: luc
 
Quartiersmanager Wolfgang Schüler : „Der Zeitpunkt für ein BID ist ideal“ Foto: luc

Teilsperrung, unterirdische Müllcontainer, Events angedacht

Von Annette Luckey
St. Georg
Der Steindamm zwischen Hauptbahnhof und Berliner Tor hat sich in den vergangenen Jahren zu einer hochfrequentierten multikulturellen Einkaufs- und Ausgehmeile entwickelt. Aber: „Trotz der positiven Entwicklung haftet dem Steindamm noch immer ein SchmuddeI-Image an“, zieht Quartiersmanager Wolfgang Schüler Bilanz. Seit mehr als zehn Jahren ist er im Auftrag der IG Steindamm – einem Zusammenschluss engagierter Bürger – im Einsatz. Das schlechte Image hält sich nicht ganz ohne Grund, denn es gibt an allen Ecken Enden der Straße viel zu tun, um das Erscheinungsbild zu verbessern.
Nach dem Vorbild vieler Stadtteile setzt auch die IG Steindamm nun auf Selbsthilfe im Rahmen eines Business Improvement Districts (BID) und hat bereits einen Großteil der Grundeigentümer und Gewerbetreibenden dafür gewinnen können, den Problemzonen auf eigene Kosten zu Leibe rücken, um die positive Entwicklung des Steindamms auf Dauer zu sichern. Unterstützt durch fachliches Know-How der Handelskammer, des Bezirksamtes und der Behörden hat das Stadtplanungsbüro ASK als Aufgabenträger fünf konkrete Maßnahmen entwickelt und diese jüngst im City-Ausschuss und den Stadtteilgremien vorgestellt.
Die Themen sind: Stadtteilsauberkeit und Müllentsorgung, Verbesserung des Erscheinungsbildes im Zusammenhang mit der Einrichtung einer Veloroute, Image-Aufwertung durch Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, Veranstaltungen unter freiem Himmel sowie die Verstetigung des Quartiersmanagements.

„Trotz der positiven Entwicklung haftet dem Steindamm noch immer ein Schmuddel-Image an“ Quartiersmanager Wolfgang Schüler

Mit dem Einbau unterirdischer Müll-Container für Betriebe und Privathaushalte soll der Unrat von der Straße verschwinden – ebenso die Gewerbetonnen und rosa Säcke, die dann nicht mehr von Fledderern durchwühlt werden können. Allerdings: An welchen Standorten dies möglich ist, hängt vom Verlauf von Kanälen, Schächten und der U-Bahn- Röhre ab. „Wir müssen mehr als 40 Behörden kontaktieren, denn es gibt kein Leitungskataster für diesen Bereich“, so Schüler.
Besonders auf dem verengten Straßenabschnitt zwischen Steintorplatz und Stralsunder Straße, dort wo sich neben Gemüseläden, Theater und Friseuren weiterhin Stundenhotels, Spielhallen und Sexshops halten, stauen sich die Probleme. Im Schutz des Menschengedränges in der zugeparkten kleinen Allee gehen Drogendealer und Prostituierte ihren Geschäften nach. Überall hingeworfener Müll und überquellende Gewerbe-Container.
„Deshalb überlegen wir, diesen ohnehin verkehrsberuhigten Abschnitt einfach einmal probehalber ein Jahr lang für den Durchgangs- und Parkverkehr zu schließen. Der Anlieferungsverkehr bleibt davon ausgenommen und soll wie am Hansaplatz durch herunterfahrbare Poller bis 10 Uhr gewährleistet werden“, gibt ASK-Stadtplaner Dr. Andreas Pfadt den Stand der Überlegungen wieder. Die gewonnene Freifläche im Umfeld des Hansa-Theaters böte nicht nur neue Übersichtlichkeit und Platz für die unterflurige Müllentsorgung, sondern auch für Außengastronomie und für Veranstaltungen unter freiem Himmel.
Chancen zur Verbesserungen des Erscheinungsbildes ergeben sich für die BID-Planer mit der Umgestaltung der Ostseite des Steindamms. Im kommenden Jahr will die Stadt auf dem Abschnitt zwischen Pulverteich und Lohmühlenstraße eine Veloroute einrichten.
„Wir werden den Planungsprozess kritisch begleiten und versuchen, Gehwege und den Vorplatz des Savoy-Kinos zu erweitern und auf die Ausweisung von ausreichenden Ladezonen vor den Geschäften achten“, kündigt Quartiersmanager Schüler an.
Aufgewertet wird mit der BID-Planung nicht nur das Straßenbild. Öffentlichkeitsarbeit und Marketingkampagnen sollen Einmaligkeit und Attraktionen des Steindamms ins Blickfeld rücken – etwa durch Ausstellungen zur Geschichte der Straße in den Hotel-Foyers und ein Veranstaltungsprogramm, das neue Besucher anlockt. „Wir denken an eine Modenschau, einen Wintermarkt und eine Kulturnacht, in der sich alle Theater des Stadtteils beteiligen“, so Pfadt.
„Wir denken an eine Modenschau, einen Wintermarkt und eine Kulturnacht, in der sich alle Theater des Stadtteils, Hansa-Varieté, Politt-Büro, Schauspielhaus und Ohnsorg-Theater mit Straßenperformances beteiligen und das Savoy-Kino mit einem Freiluftprogramm“, so Pfadt. Die Aussichten für eine Umsetzung der BID-Pläne, an der alle Anlieger finanziell beteiligt sind, stehen gut. Mehr als 19 Prozent der Grundeigentümer mit 29 Prozent der Flächen haben der Initiative bereits zugestimmt – mehr als die gesetzliche Mindestbeteiligung vorschreibt. Auch der Zeitpunkt ist laut BID-Planer ideal, weil sich die Initiative in die städtischen Umbaupläne an der Ostseite des Steindamms einklinken kann. Im Oktober soll der Antrag mitsamt Plänen und Finanzierungskonzept eingereicht werden und wird dann im Bezirksamt einen Monat lang öffentlich ausgelegt.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 02.10.2015 | 09:13  
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