Steine gegen das Vergessen

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Künstler Gunter Demnig (l.) verlegt die Stolpersteine. Peter Hess (r.) organisiert die Verlegungen in Hamburg Foto: Hanke

Stolpersteine 5.000 bis 5.003 erinnern an Familie Feldheim

Neustadt Im Valentinskamp wurde kürzlich der 5.000ste Stolperstein in Hamburg verlegt und eingeweiht – für Bela Feldheim, die nur etwa ein Jahr alt wurde (1941-1942). Seit 2002 verlegt Künstler Gunter Demnig aus Köln die 96 x 96 Millimeter großen und 100 Milimeter hohen Stolpersteine vor Häusern, in denen Opfer des Nationalsozialismus lebten. Die Steine sind mit einer Messingplatte bedeckt, in der die Namen und Lebensdaten der Opfer eingraviert wurden. Vor den Neubauten Valentinskamp 45/47 versammelten sich viele Freunde des Stolpersteinprojektes, um an Bela Feldheim, ihre Schwester Ingeborg und die Eltern Ella und Bernhard zu denken, für die hier Stolpersteine verlegt wurden. Von ihnen und dem Haus, in dem sie wohnten, ist nichts geblieben. Nicht einmal die Nummer. Die jüdische Familie wohnte am Valentinskamp 46. Der Vater wurde 1941, die Mutter und die Töchter wurden 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Über ihre Leben ist wenig bekannt. Verwandte konnten nicht ausfindig gemacht werden. Peter Hess, Organisator der Stolpersteine in Hamburg, bezeichnete die Stolpersteine als „das größte dezentrale Kunstwerk der Stadt“. Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit, die an der Verlegung teilnahm, sagte: „Geschichte kann sich nur wiederholen, wenn man nicht aus ihr lernt.“ Für Gunter Demnig sind die Stolpersteinverlegungen, auch nach rund 55.000 in ganz Europa, „keine Routine“, auch wenn er die Steine „schon im Dunkeln verlegen kann.“ (ch)
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