Streit um Hamburger Bahnhof

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Der Hauptbahnhof im Fokus. Die Aufenthaltsqualität soll spürbar verbessert werden Foto: fbt
Hamburg: Hauptbahnhof |

Scharfe Debatte in der Bezirksversammlung Mitte über geeignete Verbesserungsmaßnahmen

Von Frank Berno Timm
Hamburg-City
Mit einer langen Liste von Aufgaben für den Bezirksamtsleiter Falko Droßmann will die Bezirksversammlung Mitte dafür sorgen, dass der Hauptbahnhof dem Anspruch, Visitenkarte oder Eingangstor der Hansestadt zu sein, näher kommt. Während die Oppositionsfraktionen die Vorlage von SPD und Grünen hart attackierten, setzten sich diese letztlich mit ihrem Ansinnen durch. Oliver Sträter (SPD) präsentierte den Abgeordneten der Bezirksversammlung in der letzten Sitzung eine Vorlage, die die Zustände am Hauptbahnhof „alles andere als akzeptabel“ findet. Die zentrale Bahnstation entspreche einer Visitenkarte Hamburgs „nicht unbedingt“, man sehe „dringenden Handlungsbedarf“, wolle die Aufenthaltsqualität verbessern, ohne Leute zu verdrängen. SPD und Grüne wollen Verkaufsflächen neu geordnet, Sauberkeit und Sicherheit erhöht und soziale Initiativen besser miteinander vernetzt sehen. Vorgeschlagen wird etwa, die Straße am Bieberhaus zu schließen und dort Außengastronomie zuzulassen. Taxen müssten neu geordnet, eine zusätzliche Mittelquerung der Kirchenallee eingerichtet, die Fahrradbügel auf eine Nebenfläche verlegt, das Urinal am Bieberhaus verlegt oder durch eine Toilette ersetzt und die Flächen rund um den Bahnhof stärker gereinigt werden. Carsten Rohde (CDU) bemängelte, dass die Initiative sämtliche Fachausschüsse des Parlaments umgangen habe. „Wir wünschen uns hierzu einen Workshop“, so Rohde, „aber keinen Alleingang!“ Ina Morgenroth (Die Linke) wurde noch schärfer: Die in Teilen schlampige Vorlage sei dazu gemacht, der öffentlichen Initiative von Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) in Sachen Hauptbahnhof – Droßmann war kurz zuvor an die Öffentlichkeit gegangen – im Nachhinein einen Freibrief zu geben. Der Antrag sei erst am Sitzungstag zugegangen, die Formulierung, das „subjektive Sicherheitsgefühl“ habe sich verändert, sei eine ziemliche Zumutung: „Wie unsicher fühlen Sie sich wirklich auf dem Hauptbahnhof? Wann ist der letzte Raubüberfall gewesen?“ Michael Osterburg (Grüne) fand den Vorschlag eines Workshops interessant und fügte hinzu, die Übergabe der Flächen unter den Dächern an der Kirchenallee an die Deutsche Bahn habe nicht funktioniert. Umbaumaßnahmen am Bahnhof würden acht bis zehn Jahre dauern, Sofortmaßnahmen seien notwendig. Der Antrag von SPD und Grünen wurde mehrheitlich beschlossen, Stefan Dührkop (Die Linke) kündigte an, seine Zulässigkeit überprüfen lassen zu wollen.

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2 Kommentare
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Kurt Hoffmann aus Hamm | 29.11.2016 | 11:52  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 01.12.2016 | 16:43  
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