Studenten für Fair Trade

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Philip Sassen, Monika Braatz und Steve Fotso machen sich für Fair Trade in Hamburg stark. Sie wollen das Bewusstsein der Menschen schärfen. Fotos: Grell

Schokolade ja – aber bitte fair

City. Ein Stück Schokolade ist schnell gegessen und die meisten denken hinterher allerhöchstens an die zusätzlichen Kalorien, die dadurch aufgenommen wurden, die wenigsten aber an den Weg von der Kakaobohne bis hin zum fertigen Riegel. „Was zu günstigen Preisen aus den Regalen gekauft wird, das hat oft mit Kinderarbeit beim Pflücken der Kakaobohnen begonnen“, weiß Steve Fotso, einer der Studenten der Hochschule für Angewandte Wissenschaften HAW, die sich im Rahmen ihres Studiums mit dem Thema Fair Trade beschäftigen. Mit unterschiedlichen Aktionen hat die Gruppe auf die Problematik aufmerksam gemacht und das Interesse der Kommilitonen erreicht. Bei einem gemeinsamen Frühstück wurde über Fair Trade Produkte diskutiert und verschiedene von ihnen vorgestellt. „Warum immer auf andere Länder schauen, wenn es auch vor Ort genug Probleme gibt“, ist ein häufiges Argument auch gegen Engagement im Ausland, „doch beim Fairen Handel da geht es um Produkte, die in Deutschland gar nicht hergestellt werden könnten“, erinnert Philip Sassen, der zweite von drei befragten Studenten. Lisa Speck, die Koordinatorin der Aktion „Fair Trade Stadt Hamburg“, unterstützt die Studenten bei ihrem Anliegen, klärt auf und hat Steve ein Praktikum bei der Initiative angeboten. „Meine Familie hatte selber eine Kakaoplantage in Afrika“, erinnert sich der Student an seine Kindheit. Bevor er vor fünf Jahren nach Deutschland kam, hatte er allerdings noch nie ein Stück Schokolade gegessen. „Ich fand das immer ziemlich unfair“, bedauert der engagierte Student noch heute. Dass junge Leute oft nicht genug Geld haben, sich ganz bewusst bei der Produktauswahl an Fair gehandelte Waren, die oft etwas teurer sind, halten können, das wissen Steve, Philip und Monika auch, doch wollen sie dennoch das Bewusstsein schärfen und zum kontrollierten Konsumverhalten anregen. Neben dem bewussten Kaufen und der Überlegung nach der Herkunft und Verarbeitung der Produkte gäbe es am Ende auch immer noch eine weitere Möglichkeit und das sei der Verzicht auf Waren, die unter schlechten Bedingungen und mit Hilfe von Kinderarbeit produziert werden. Warum die fair gehandelten Erzeugnisse teurer seien kann Philip ganz einfach beantworten. Das mehr gezahlte Geld ermöglichen den Dörfern Projekte zur Bildung und zum Schutze der Kinder durchzuführen, damit sie die Schule besuchen können und ihre Väter genug verdienen würden, um ihre Söhne und Töchter nicht als billige Arbeitskräfte einsetzten zu müssen. Das Siegel der Fair Trade Produkte gebe dann die Garantie dafür, dass hier Kontrolle besteht von der Ernte bis hin zum fertigen Produkt. Die Studenten von der HAW wollen auch nach diesem Projekt im Rahmen des Studiums noch weitermachen und das Bewusstsein der Menschen stärken, damit jeder, der einen Schokoriegel, ein Paket Kaffee oder ein anderes Erzeugnis aus den Herstellerländern kauft, sich ein paar Gedanken macht. (kg)
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