Trinkraum - aber wo?

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Der Trinkraum sollte in die Umgestaltung des Hauptbahnhof-Vorplatzes eingebunden werden, fordern SPD, Grüne und Linke in der Bezirksversammlung MitteFoto: www.fotoarchiv-kinkel.de

ZOB oder Bahnhofsvorplatz im Gespräch

Von Christian Hanke
St. Georg. Wird es in der Nähe des Hauptbahnhofs einen Trinkraum zum Konsumieren alkoholischer Getränke geben? Diese Frage bewegt die Kommunalpolitik schon seit einiger Zeit. Der Bürgerverein St. Georg befürchtet bereits, dass das Thema langsam „versickert“. Dem ist aber nicht so. In der nächsten Sitzung des Ausschusses für Sozialraumgestaltung am kommenden Donnerstag, 26. September, soll das Thema wieder auf der Tagesordnung stehen. Die Einrichtung eines Trinkraums wird unterschiedlich gesehen. Während CDU und FDP sich für eine derartige Einrichtung aussprechen - die CDU befürwortet eine „diskrete Lösung im nördlichen Bereich des Hauptbahnhofes als niedrigschwelliges Angebot“, die FDP kann sich die Bahnhofsmission als Träger vorstellen, votieren SPD, Grüne und Linke für einen Aufenthaltsraum nicht nur für alkoholabhängige Menschen und die Einbindung eines solchen Raumes in eine Umgestaltung des Hauptbahnhof-Vorplatzes.
„Der Trinkraum ist kein Allheilmittel. Er muss mit Sozialarbeit und Hilfsangeboten kombiniert werden“, findet Michael Osterburg, der Fraktionsvorsitzende der Grünen. „Ein Trinkraum ist richtig. Aber wir müssen uns den ganzen Vorplatz angucken. Die Gesamtaufteilung der Fläche muss neu überdacht werden“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Falko Droßmann. Für Bernhard Stietz-Leipnitz, St. Georgs Vertreter der Linken, steht ein Aufenthaltsraum im Vordergrund, der von verschiedenen Menschen genutzt werden kann. „Früher gab es Wartesäle in Bahnhöfen. Wir müssen das Umfeld des Hauptbahnhofs sinnvoller gestalten, Plätze anheimelnder machen. Ein Trinkraum ist nicht das erste Problem“, so Stietz-Leipnitz. Andreas Gerhold von den Piraten sieht einen Trinkraum skeptisch, argwöhnt, dass alle Planungen, einen einzurichten, den Zweck verfolgen, alkoholkranke Menschen aus dem Umfeld des Hauptbahnhofs zu entfernen.
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