Unser Schorsch muss bleiben

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Unser Schorsch muss bleiben, dafür haben die Kinder und Jugendlichen aus St. Georg Plakate entworfen und wollen für ihre offene Arbeit im Stadtteil kämpfen. So schnell lässt sich hier niemand einschüchtern.

Keine Streichungen bei Jugendeinrichtungen

Von Karen Grell
St. Georg. Im Stadtteil St. Georg leben viele Familien mit Kindern in den unterschiedlichsten Altersstufen. In der Nähe des Hauptbahnhofes, mitten in der Innenstadt, sind diese Kids und Jugendlichen auf ein Angebot zur Freizeitgestaltung angewiesen. Was bis zum Januar 2004 der Evangelische Jugendkeller und das Haus der Jugend St. Georg übernahmen, wurde anschließend zu einer gemeinsamen Jugendeinrichtung unter der Trägerschaft der Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde zusammengefasst. „Schorsch“ heißt heute die offene Kinder- und Jugendarbeit vor Ort und besteht unter der Leitung von Petra Thiel aus dem Treff im Kirchenweg, den Spielhäusern und jeder Menge kreativer Angebote für Kinder und Jugendliche. Wer Lust hat, seine Freizeit zusammen mit anderen zu gestalten oder einfach nur ein wenig mit Freunden abhängen möchte, der kann in die Räume des zweistöckigen Gebäudes gleich hinter dem Danziger Spielplatz kommen und findet immer einen Ansprechpartner. Die geplanten Sparmaßnahmen des Senates von 10 Prozent für die offene Kinder- und Familienarbeit könnte diese Projekte allerdings ins Schwanken bringen. „Wir haben den Ernstfall einmal im Kopf durchgespielt“, erklärt Gunter Carlsen, der als Erzieher im Schorsch vor Ort ist. „Theoretisch könnte dabei sogar ein ganzes Spielhaus wegfallen“. Gar nicht weiter über diese Konsequenzen nachdenken möchte das Team vom Schorsch, denn keine einzige der Angebote in St. Georg wäre überhaupt wegzudenken. Wer beispielsweise an einem Freitagnachmittag in den Treff vom Schorsch kommt, der trifft hier nicht nur Jugendliche an den Fußballkickern und Kids am Tischtennis an, sondern kann auch der Breakdance-Gruppe von Metin Demidere mit unglaublichen Auftritten zuschauen, im Café ein Toast bestellen oder mit seinen Freunden in der Sofaecke chillen und das Wochenende planen. Der Treffpunkt hier ist ein Ort, wo Jugendliche zusammenkommen, sich austauchen und immer einen Ansprechpartner für ihre Sorgen finden. „Für alles gibt es dort eine Hilfestellung“ so Metin, der Breakdance-Trainer. Wer Interesse hat zu werken, Sport zu machen, zu tanzen oder einfach ein wenig Orientierung für die anstehende Berufswahl braucht, ist im Schorsch jederzeit genau an der richtigen Adresse. Metin ist bereits seit 1998 mit der offenen Jugendarbeit in Verbindung und spricht aus Erfahrung, wenn er behauptet, dass hier an genau der falschen Stelle gespart werden würde. Das meinen auch die Kinder und Jugendlichen aus St. Georg und werden bei der nächsten großen Demo gegen Einsparungen auf jedem Fall dabei sein. „Wir machen uns stark, damit unser Schorsch bleiben kann!“ (kg)
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